In Gent hatte ich eine Ausstellung gesehen der Werke von Frauen der Barockzeit, die weder Opfer waren noch Quoten brauchten, um sehr erfolgreiche Künstlerinnen und Unternehmerinnen zu sein.
Brüssel, das sich heute als Herz Europas präsentiert, demonstriert dagegen, dass dieses Herz schwer krank ist. Wir kamen an einem wunderschönen, sonnigen Tag an, und unsere Schritte führten uns zum nahe dem Zentralbahnhof gelegenen Kunstberg. Zufällig passierten wir zur vollen Stunde das Glockenspiel, das die Europahymne spielt. „Freude, schöner Götterfunken“. Mir kamen fast die Tränen, weil mir bei den Klängen Beethovens und den dazu gedachten Worten Schillers in den Sinn kam, wie dieses großartige Projekt des Europas der Vaterländer in Grund und Boden ruiniert wurde. Heute haben wir es mit einem krakenhaften Bürokratiemonster EU zu tun, das Europa unaufhaltsam den Atem abdrückt. Jetzt droht es sogar mit Krieg.
Welcher Geist in Brüssel herrscht, konnte man gut in einer Ausstellung auf dem Kunstberg studieren. „Die verschiedenen Gesichter der Frauen“. Vorgestellt wurden Frauen aus Osteuropa, vor allem der Ukraine, Moldawien, Armenien und Georgien. Ich bin sicher, dass es in all diesen Ländern bewundernswerte Frauen gibt, die sich aus eigener Kraft einen Namen gemacht haben: Ingenieurinnen, Professorinnen, Künstlerinnen, Pilotinnen usw. „Die Gesichter der Frauen Europas (2)“ weiterlesen
