Die Hölle ist digital

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Von Hans Hofmann-Reinecke

Ich werde diese Welt ohne Bedauern verlassen sagte Alain Delon, bevor er im August 2024 verstarb. Dieser Satz kam mir in den Sinn, als ich mich beim Versuch, per Internet ein Konto zu eröffnen, von künstlicher Intelligenz beleidigen lassen musste.

Die Verdrängung zwischenmenschlicher Kontakte im Alltag durch digitale Interaktionen hat das Leben vielleicht effizienter, aber mit Sicherheit auch reizloser gemacht. Dieser Trend mag für den einen Fortschritt bedeuten, für den anderen aber Schikane. Auf jeden Fall wird diese Entwicklung auf Dauer eine Welt schaffen, die man mit immer weniger Bedauern verlässt.

Kein Fremder mehr

Im 20. Jahrhundert konnte man die Welt bereisen, ohne Internet und ohne Handy. Man kam am Flughafen an und fragte den Taxifahrer nach einem guten oder günstigen Hotel. Oder man stieg am Marktplatz im Dorf aus dem Bus und fragte sich von dort aus durch. Das klappte immer, und nie musste man unter einer Brücke schlafen. Man machte bei der Gelegenheit auch erste Kontakte mit der lokalen Bevölkerung, die sich amüsierte, welche Schwierigkeiten man mit ihrer Sprache hatte. Aber man kam uns hilfreich entgegen, und man war ab jetzt kein Fremder mehr.

Heute buchen Sie Ihr Urlaubsapartment per Airbnb und werden von einem Schild an der Hauswand empfangen, das Sie auffordert, auf dem Keypad die sechsstellige Zahl einzutippen, die Ihnen mit der Bestätigung der Buchung zugegangen ist. Die ist im Handy gespeichert, aber der Akku ist leer. Wie der Zufall es will, schickt nach zehn Minuten Ratlosigkeit Ihr Schutzengel einen Bewohner, der das Haus verlässt. Sie treten ein, finden im Treppenhaus eine Steckdose zur Wiederbelebung Ihres Handys, und das zeigt Ihnen nun die vierstellige Zahl für den Zugang zu Ihrem eleganten Apartment an. Es funktioniert, und Sie fühlen sich wie Wotan beim Einzug der Götter in Walhall. Am Tag der Abreise genießen Sie dann noch ein kleines Lunch auf der Plaza, um dann bei der Rückkehr zu Ihrem Apartment festzustellen, dass der Code nur bis 12:00 gültig war. Mal sehen, was dem guten Engel jetzt einfällt, damit Sie noch rechtzeitig zu Ihrem Gepäck kommen, denn der Flieger wartet nicht.

Identification not possible

Die Entwürdigung durch Digitalisierung kann aber noch gesteigert werden. Da gibt es Verfahren, um eine Person per Internet zu identifizieren. Man hält dem digitalen Kontrolleur erst seinen Ausweis mit Lichtbild vor die Kamera, dann auch noch die Rückseite und schließlich sein Gesicht. Die eigene Rückseite braucht man der Kamera nicht zu zeigen, obwohl man Lust dazu hätte.

Na und sagen Sie, was soll daran schwierig sein? Aber da ist das Bild vom Ausweis verschwommen, und Ihr Kopf, der genau in einen bestimmten Rahmen passen muss, ist nicht richtig ausgeleuchtet. Sie versuchen, das zu korrigieren, und werden jetzt aufgefordert, nach links oder rechts zu schauen. All das tun Sie ganz gehorsam, um nach einer Stunde und diversen Versuchen die Mitteilung zu erhalten: „Identification was not possible. Please try again later.“

Bei einem menschlichen Gegenüber könnten Sie nun weitere Informationen ins Feld führen, um ihm alle Zweifel zu nehmen; für den AI-Inspektor aber sind Sie nichts anderes als ein potenzieller Betrüger. Sie mussten sich existenziell auf das Niveau dieser Maschine begeben, um deren Urteil zu erbitten. Und das lautete: „inakzeptabel“. Wo bleibt da die Würde des Menschen, die doch angeblich unantastbar ist?

Der Mörtel der Kulturen

Aber das ist nur ein Aspekt. Die tausend kleinen Trivialitäten des täglichen Lebens, die in der Vergangenheit durch Interaktionen zwischen Menschen erledigt wurden, hatten ja auch einen psychologischen Wert. Das kokette Lächeln des Fräuleins am Bankschalter oder die witzige, leicht anzügliche Bemerkung des Postboten – all das waren doch Pralinés für die Seele. Und jede Kultur hatte da ihre eigene Tradition, so wie die kulinarischen Eigenheiten von Land zu Land verschieden sind. Da sagt der Italiener „Buongiorno, bellissima“ und der Brite „Beautiful day, lady, isn’t it?“

Der Umgang der Menschen miteinander, die kleinen, harmlosen Wortwechsel des Alltags, sind ein wichtiges Element jeder Gesellschaft. Zwar lösen sie kein technisches Problem und steigern kein Bruttoinlandsprodukt, aber sie schaffen eine Verbindung zwischen Menschen, sie machen aus Fremden eine Gemeinschaft. Sie sind der Mörtel, der die einzelnen Ziegel zu einem Bauwerk, zu einer Kultur zusammenhält.

Wenn all das immer mehr verloren geht, und das wird wohl so kommen, dann enden wir in einer Welt, zu der man ähnliche Gefühle entwickelt, wie sie Alain Delon schon jetzt hatte.

Der Bestseller des Autors „Grün und Dumm“, und andere seiner Bücher, sind bei Amazon erhältlich. Weitere Artikel und Kontakt zum Autor bei www.think-again.org

Es gibt keine freien Wahlen mehr

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Nachdem das Geschrei um die Wahl in Sachsen-Anhalt etwas abgeebbt ist, muss ich feststellen, dass ein Thema fast völlig unbeachtet blieb, obwohl es zeigt, dass die wichtigste Funktion einer Demokratie, die diesen Namen verdient, außer Kraft gesetzt worden ist. Es gibt keine freien Wahlen mehr in Deutschland, nur noch rückgängig gemachte und manipulierte. Und es bleibt beunruhigend still im Land.

Kurz erwähnt wurde in den alternativen Medien, dass sich das Briefwahlergebnis signifikant vom Urnenwahlergebnis unterscheidet.

Aber es werden keine Konsequenzen daraus gezogen. Statt diesen Skandal zu thematisieren, wird bei Nius zwei Tage lang über mögliche Überläufer bei der CDU geplaudert und Szenarien mitgeliefert, wie sich das vollziehen würde. Es scheint niemanden zu interessieren, dass die Überläufer damit eher verhindert als ermutigt werden. Hauptsache, die Einschaltquote stimmt. „Es gibt keine freien Wahlen mehr“ weiterlesen

Der Energietraum der Realisten

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Von Dipl. Physiker Dr. Werner Huber, 2.9.2026

„Die Energiewende wird ohne Kernkraft finanziell untragbar.“ So fasst die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) das Ergebnis einer aktuellen Studie zusammen. Und interessanterweise kommt sie zum Schluss: In Deutschland könnten die zwischen 2019 und 2023 stillgelegten Atomkraftwerke (AKW) wieder instandgesetzt werden. Ein realistischer Energietraum?

Wohl kaum. Weniger der Milliardenkosten wegen: Sie wären angesichts jahrzehntelanger kostengünstiger AKW-Stromproduktion eine lohnende Investition. Ganz im Gegensatz zu den horrenden Dauersubventionen für Wind-/Sonne-Strom: von jetzt jährlich 30 Milliarden auf 90 Milliarden bis 2035 explodierend. Was übrigens nicht einmal sicherstellt, dass der laufende massive Windkraft-Zubau – als geplante Hauptsäule der Energiewende – eine entsprechende Steigerung der Stromerzeugung zeitigt: So brachte der starke Zubau zwischen 2020 und 2025 (+69 Prozent Nennleistung) nur eine minimal höhere Stromproduktion von 2,7 Prozent. Ursachen: Netzengpässe, Windenergie-Absorption in Windparks, Kannibalisierung Windkraft/Solarkraft.

Weitere Pferdefüße der Windkraft – belegte höhere Erkrankungsraten von Anwohnern durch weitreichenden Infraschall, ein nötiges redundantes, milliardenteures Reserve-Stromsystem aus Dutzenden Gaskraftwerken zur Blackout-Überbrückung („Backup“) – pervertieren den grünen Energiewende-Traum zu einem Albtraum: eskalierende Energieverteuerung, Wirtschaftsniedergang, Arbeitsplatzabbau. „Der Energietraum der Realisten“ weiterlesen

Können uns Speicher bei einer Dunkelflaute retten?

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Von Gastautor B.B.

 

Die Bundesnetzagentur „bereitet sich auf mögliche Stromengpässe vor und entwickelt dafür eine digitale Krisenplattform. Im Ernstfall sollen große Stromverbraucher zentral erfasst und bei Bedarf zu Einsparungen oder vorübergehenden Abschaltungen verpflichtet werden. Die Behörde betont, dass es sich um eine reine Vorsorgemaßnahme handelt.“

https://www1.wdr.de/wirtschaft/bundesnetzagentur-plan-notfall-stromkrise-100.html

Das ist nicht sehr beruhigend. Vielen fehlt die Vorstellung davon, was das praktisch bedeutet.

Folgendes Szenario soll keine technische Lösung für das Flautenproblem aufzeigen. Es dient vielmehr dazu, die Größenordnung des Problems anschaulich zu machen.

Ich ziehe jede Woche unsere Standuhr auf. Das Gewicht beträgt 2 kg, der Hub 1 m. Das Hubgewicht speichert daher Energie, die im Laufe von sieben Tagen nach und nach abgegeben wird und das Uhrwerk antreibt. Prinzipiell könnte mit dieser gespeicherten Energie aber auch ein Stromgenerator betrieben werden. Ich habe mich gefragt, wie viele solche Uhren jeder Haushalt in Deutschland aufstellen müsste, um den Stromausfall während einer Dunkelflaute von 7 Tagen zu überbrücken.

Die folgende Abschätzung beruht auf einigen Annahmen über den Strombedarf während der Dunkelflaute. Der elektrische Leistungsbedarf Deutschlands beträgt an einem normalen Arbeitstag ca. 75 GW, abends ca. 60 GW, an Sonntagen etwa 55 GW.

Ich betrachte den Fall, die Stromversorgung Deutschlands sei bereits vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt und die Bundesnetzagentur habe wegen einer Dunkelflaute die Industrie vollständig vom Netz genommen, sozusagen ein elektrischer Lockdown. Als Arbeitsannahme soll gelten, dass deutschlandweit nur noch 10 GW bereitzustellen sind. Die konkrete Zahl ist für das Gedankenexperiment nicht entscheidend; sie dient lediglich der Größenordnung. Das Ergebnis ist leichter vorstellbar, wenn man es auf die 40 Millionen Haushalte herunterrechnet. Es ist immer noch sehr ernüchternd, denn es werden pro Haushalt fast 7 Millionen solcher Uhren gebraucht, die 2 kg Gewicht, 1 m Hubhöhe und 7 Tage Laufzeit haben. Ein solcher Ansatz scheidet offensichtlich aus. Man kann ihn allerdings noch optimieren: statt 2 kg kann man ein Gewicht von 2 Tonnen vorsehen, wenn man die Kette und die Aufhängung entsprechend auslegt. Das dürfte statisch zwar anspruchsvoll werden, sollte aber noch in eine Wohnung passen. Zusätzlich kann die Hubhöhe von 1 m auf 3 m erhöht werden, auch das passt noch in die Wohnung. Damit sinkt der Bedarf immerhin auf rund 2500 solcher Uhren je Haushalt. Leider scheitert auch diese Variante am Platzbedarf: bei nur einem Quadratmeter Grundfläche je Uhr wären dafür 2500 Quadratmeter Wohnfläche erforderlich.

Nebenbei sei erwähnt, dass der Stromsektor nur ca. 20% des Energiebedarfs ausmacht.

Das Gedankenexperiment liefert keine technische Lösung. Es macht jedoch deutlich, welche Größenordnungen bei der Speicherung elektrischer Energie während einer mehrtägigen Dunkelflaute überhaupt zu bewältigen wären.

Wie sehen Energiespeicher aus?

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Von Gatautor B.B.

Im Wormser Tagungszentrum veranstaltete der regionale Energieversorger EWR am 27. August 2026 eine Tagung zum Thema Ausbau der Versorgungsnetze in der Region. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kommunen diskutierten über die Energiewende. Hochrangiger Gast war Michael Ebling, der seit Mai 2026 Minister für Wirtschaft, Energie und Klima des Landes Rheinland-Pfalz ist. Wenig überraschend war der Grundtenor der abschließenden Diskussion, die Energiewende befinde sich auf dem besten Wege zu Erfolg, 60 Prozent des Stroms werde bereits aus erneuerbaren Energien gewonnen. Der Ausbau von Batterien würde in Bälde das Problem der stark schwankenden Erzeugung und insbesondere die Versorgung während mehrtägiger Dunkelflauten lösen.

In der Tat wurde der erste und größte Groß-Batteriespeicher in Worms im Juni 2026 offiziell eingeweiht. Er hat eine Leistung von 30 MW und eine Kapazität von 65 MWh, die 17 Container-boxen brauchen 2.800 m² Fläche.

Vielen fehlt leider die Vorstellung davon, was diese Zahlen praktisch bedeuten. In der Pause blickte ich vom Foyer des Tagungszentrums auf den Dom, das Wahrzeichen von Worms. Dabei kam mir der Gedanke, das Problem der Überbrückung einer Dunkelflaute anschaulich zu machen. Das folgende Gedankenexperiment ist keine technische Lösung für die Dunkelflaute. Es zeigt aber die Größenordnung des Problems.

Jeder in Worms kennt den Dom. Er ist ca. 100 m lang, ca. 30 m breit und ca. 30 m hoch. Ein idealisierter Betonquader mit den Abmessungen des Doms vollständig mit Beton gefüllt würde ca. 200.000 Tonnen wiegen. Dieser Klotz ist anschaulich gut vorstellbar und könnte prinzipiell als Energiespeicher dienen, wenn man ihn anhebt. Die so gespeicherte Energie könnte prinzipiell in Strom zurückverwandelt werden und während einer Dunkelflaute von, sagen wir, 7 Tagen die Stromerzeugung in Worms übernehmen.

Deutschland hat an einem normalen Tag einen Leistungsbedarf von 50 bis 75 GW. Bei Dunkelflaute plant die Bundesnetzagentur Verbrauchsreduzierungen bzw. zeitweisen Abschaltungen großer Verbraucher. (https://www1.wdr.de/wirtschaft/bundesnetzagentur-plan-notfall-stromkrise-100.html).

Für mein Gedankenexperiment unterstelle ich vereinfachend, dass die verbleibende deutsche Last in einer solchen Situation auf 10 GW sinkt. Weiterhin nehme ich an, dass Worms davon – grob entsprechend seinem Anteil an der deutschen Bevölkerung – 0,1 Prozent trägt. Das wären 0,01 GW.

Um den Wormser Strombedarf während 7 Tagen Dunkelflaute decken zu können, müsste man den beschriebenen Klotz vor der Flaute um rund 3 km anheben. Lässt man ihn idealisiert gleichmäßig über sieben Tage absinken und wandelt seine potentielle Energie verlustfrei in Strom um, entspräche dies einer durchschnittlichen elektrischen Leistung von 0,01 GW.

Das Gedankenexperiment liefert keine technische Lösung. Es macht jedoch deutlich, welche Größenordnungen bei der Speicherung elektrischer Energie während einer mehrtägigen Dunkelflaute überhaupt zu bewältigen wären.

Der 65-MWh-Speicher könnte diese angenommene Wormser Last also nur rund 6,5 Stunden decken. Für sieben Tage wären rechnerisch 26 Speicher dieser Größe erforderlich. Neben den wirtschaftlichen Fragen ist die Sicherheit zu bedenken. In Bautzen, der Partnerstadt von Worms, ist vor vier Wochen ein Batteriespeicher  abgebrannt. (https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/bautzen/bautzen-hoyerswerda-kamenz/news-feuerwehr-rauch-warnung-,brand-batteriespeicher-106.html ).

Das Gedankenexperiment beantwortet nicht die wirtschaftliche Frage. Es zeigt lediglich, dass eine vollständige Absicherung einer mehrtägigen Dunkelflaute allein durch Batteriespeicher eine erhebliche Speicherkapazität erfordern würde.

Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Energiewende nicht nur den Stromsektor betrifft. Nur rund ein Viertel des Endenergiebedarfes ist elektrische Energie (https://www.umweltbundesamt.de/daten/umweltzustand-trends/energie/endenergieverbrauch-nach-energietraegern-sektoren ). Auch Wärme und Verkehr sollen zunehmend auf erneuerbare Energien umgestellt werden.

Kaliningrad und die Geister Preußens

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Von Gastautor Shoumojit Banerjee

Von den Festungen des Deutschen Ordens bis hin zu modernen Raketengarnisonen – die umkämpfte Geografie des Baltikums hat Königsberg, das heutige Kaliningrad, zu einem immer wiederkehrenden europäischen Krisenherd gemacht.

Im Jahr 1736 machte sich der Schweizer Universalgelehrte und Mathematiker Leonhard Euler daran, ein skurriles Rätsel zu lösen, für das Königsberg bekannt war: Wie kann man alle sieben Brücken der historischen Hauptstadt der ostpreußischen Stadt genau einmal überqueren? Sein Beweis für die Unmöglichkeit dieser Aufgabe führte versehentlich zur Entstehung der modernen Topologie und Netzwerkanalyse. Heute, fast drei Jahrhunderte später, steht Europa vor einer weitaus folgenschwereren Version desselben Rätsels: Wie lassen sich die strategischen Brücken rund um Kaliningrad (das heutige Königsberg) überqueren, ohne eine unsichtbare Schwelle zu überschreiten und in einen Krieg zu geraten, aus dem es kein Zurück mehr gibt?

Es gibt nur wenige Orte auf der Erde, an denen der gewaltsame Zusammenbruch vergangener Reiche auf einer modernen Militärkarte noch so deutlich ablesbar ist. Kaliningrad ist einer davon. „Kaliningrad und die Geister Preußens“ weiterlesen

Juden und Radfahrer (2)

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Da die tieferen Treiber bei Linken wie Islamisten Selbstmitleid und Neid sind, drängt es sich auf, ihren Ressentiments ein vertrautes Objekt zu bieten. Kulturhistorisch ist das Feindbild fest verankert. Jetzt verbreiten Juden eben nicht mehr die Pest, sie vergiften palästinensische Brunnen und backen ihre Mazze mit dem Blut unschuldiger Araberkinder.

Jahrzehnte postkolonialer Studien und Genderforschung haben erfolgreich Sinn und Verstand beerdigt. Der Boden ist bereitet und das intellektuelle Lumpenproletariat groß genug, um als kritische Masse den gesellschaftlichen Diskurs zu bestimmen. Außerdem hat es nicht nur für schuldgebeutelten Deutsche erheblichen Sex-Appeal, wenn sie die Juden nun nicht mehr bloß nur leise und schüchtern ‚trotz‘ Auschwitz kritisieren dürfen, sondern sie selbstgerecht eben ‚deswegen‘ angreifen können. Das macht den Genozid-Vorwurf ungemein reizvoll.

Psychopathologisch schafft es genau die Mischung, die Klickbeute generiert. Moralisch überdrehte Politpornografie verkauft sich besser als differenzierte Analyse. Das gilt übrigens auch für die ‚politisch erweckte‘ Rechte: Tucker Carlson macht den Hitler-Apologeten Nick Fuentes hoffähig, Candice Owens erschließt ihrer Hörerschaft die Weisheiten des Holocaust-Leugners Darryl Cooper. Das toxische Gebräu knallt wie Heroin und verkauft sich hervorragend. „Juden und Radfahrer (2)“ weiterlesen

Juden und Radfahrer (1)

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Von Gastautor Christoph Ernst

Am 31. Januar 1933, als Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt worden war und die SA triumphierend durchs Zentrum Berlins zog, soll der 86jährige Maler Max Liebermann gesagt haben: „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte!“ Heute marschieren ‚Aktivisten‘ und die sogenannte Antifa Seite an Seite mit Muslim-Brüdern und Salafisten, Berliner Gerichte sehen keinen Antisemitismus darin, wenn jüdische Studenten durch pro-palästinensische Kommilitonen krankenhausreif geprügelt werden, und der ARD-Journalist Georg Restle nennt von Nairobi aus einen Artikel des israelfeindlichen US-Professors Stephen Zunes in ‚The Nation‘ als Quelle dafür, dass hinter den jüngsten Grenzverletzungen von Ceuta diplomatische Drahtzieher in Tel Aviv und Washington stecken. Und mir geht es wie Liebermann. „Juden und Radfahrer (1)“ weiterlesen

Zuckersteuer auf zuckerfreie Getränke und andere Tricks

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Unser 2.-Wahlkanzler ist aus dem Urlaub zurück und hat offenbar vor zu beweisen, dass er die freie Zeit nicht genutzt hat, um sich Nachdenken über seine Regierungsbilanz zu gönnen. Es geht genauso weiter, wie es vor dem Urlaub gewesen ist, Versprechen brechen, tricksen, täuschen. Es wird eher noch schlimmer.

Sein erster Auftritt war im Waldbrandgebiet in der Eifel. Eine ganze Woche nach dem schweren Waldbrand bei Hürtgenwald erscheint Merz um den Einsatzkräften zu danken. Er wird mit Buh-Rufen empfangen, was ihn aber in seinem Lauf nicht stört. Er würde mit Schreiern nicht reden und diktiert kurz darauf, wie die Dinge zu sehen seien. Obwohl bis zu diesem Zeitpunkt noch keine belastbaren Erkenntnisse zur Brandursache vorlagen, erklärt Merz den Klimawandel zur Ursache und bezeichnet eventuelle Zweifler als Klimaleugner.
Soll jetzt die Ursachenforschung eingestellt werden, weil die Ermittler in Gefahr laufen zum Klimaleugner gestempelt zu werden, sollten sie herausfinden, dass es sich um eine andere Ursache handelt? Wenig hat man in unseren staatsnahen Medien darüber erfahren, dass in anderen europäischen Ländern oft Brandstiftung betrieben wurde, nicht selten von Leuten, die der Erneuerbare-Energie-Mafia nahe stehen.

In einem Moment, wo immer klarer wird, dass die hoch subventionierten „Erneuerbaren“ nicht Natur, Umwelt oder dem Klima helfen, sondern vor allem die Taschen der Windkraft-und Solarfeld-Betreiber füllen, hört sich Merz wie ein Fridays for Future-Aktivist an.

Bei der „Arbeitsklausur“ der Bundesregierung, in deren Mittelpunkt die Frage der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft stehen sollte, gab es zu Beginn ein fatales Signal.

Obwohl im Koalitionsvertrag steht, dass keine Steuern erhöht werden sollen, wurde bekannt, dass im Finanzministerium eine Zuckersteuer geplant wurde, die auch die Besteuerung zuckerfreier Getränke vorsieht. Nach heftigen Protesten ruderte Steuerminister Klingbeil zurück. Es hätte sich um ein Arbeitspapier gehandelt. Das darin Festgelegte würde mit ihm so nicht kommen.

Der Vorfall zeigt zweierlei:

Die Regierung Merz, die sich gerade an den Tankstellen unseres Landes durch Dreifachbesteuerung von Sprit dumm und dämlich verdient, scheut vor keinem Trick zurück, um den Bürgern immer mehr Geld aus der Tasche zu ziehen. Dabei versucht sie dreist, uns für dumm zu verkaufen. Zuckersteuer auf zuckerfreie Getränke ist ein Beweis für die Trickserei: Angeblich soll es sich ja nicht um eine Steuer, sondern eine „Abgabe“ handeln, die dem Gesundheitsfonds zugute kommt. Davon steht im Arbeitspapier anscheinend nichts mehr.
Nur dank der unabhängigen Medein wurde der Coup zum Thema und wurde Steuerminister Klingbeil zum Rückzieher gezwungen.

Was wurde aus der „Arbeitsklausur“, bei der vorsichtshalber keine Beschlüsse gefasst wurden?
Nichts als heiße Luft.

Es gibt nur eins, worauf wir uns verlassen können: Kanzler der 2.Wahl Merz hat das selbst bei seiner Pressekonferenz vor der Klausur bekannt gegeben:
„Wir halten Kurs. Die Bundesregierung setzt die Unterstützung der Ukraine mit langem Atem fort.“

Egal, was die Regierung dort mit unserem Geld anstellt.

Schon wieder die EDEKA-Zentrale!

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Unsere Demokratieretter lassen sich ununterbrochen neue Eingriffe einfallen, wie sie die Meinungsfreiheit unterdrücken können. Eine der jüngsten Aktionen von Campact, ein staatsnaher Lobbyverein, der sich nach eigenen Angaben über Spenden seiner Unterstützer finanziert, die mit 3,5 bis 4.5 Millionen angegeben werden, ist eine Liste mit den Namen von über 60 freien Medien, die angeblich AfD-nah, bzw. rechtsextrem sein sollen. Aufgeführt ist u.a. Tichys Einblick wegen eines Interviews mit Ulrich Siegmund, dem Spitzenkandidaten der AfD bei den Wahlen in Sachsen Anhalt. Die Liste wurde an Unternehmen geschickt, mit der Aufforderung, die aufgeführten Medien zu meiden.

Die EDEKA-Zentrale hat reagiert und ihre 3200 selbstständigen Märkte aufgefordert zu überprüfen, in welchem Werbeumfeld sie sich bewegen. Das ist ein dreister Eingriff in die Entscheidungsfreiheit der Eigentümer der Märkte, denn EDEKA ist kein Konzern, sondern eine Kooperation von unabhängigen Filialen. Die gute Nachricht ist: Was die Zentrale in Hamburg fordert, kann ignoriert werden.

Ins Gerede kam die Zentrale , als sie sich gegen EDEKA-Inhaber positionierte, die sich öffentlich zu den zunehmenden Ladendiebstählen äußerten. Anders als im Hamburger Elfenbeinturm bekommen die Händler vor Ort die Realität zu spüren, Früher mussten sie 05% Verluste wegen Ladendiebstahls abschreiben, jetzt sind es über 1%, Tendenz steigend.

Nun soll allen Händlern ein Maulkorb verpasst werden.

Mein EDEKA- Markt bietet Tichys Einblick an. Ich werde darauf achten, ob er das beibehält.