Warum schreibe ich immer wieder über die Bahn?

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Warum schreibe ich immer wieder über die Bahn? Sie ist das Menetekel für Deutschland das immer noch übersehen wird.
Das ich mit meiner Einschätzung nicht allein stehe, davon zeugt folgender Leserbrief:

Liebe Vera,

Ihren Artikel “Kollabiert die Bahn …” habe ich auf “Achgut” gelesen
und möchte nur kurz mal vom Nahverkehr berichten:
Mein Sohn (20, Benutzer des Deutschland-Tickets) wollte vergangenen
Freitag zu einem Konzert in einem kleinen Ort, 17 km von Mannheim entfernt. Er fuhr schon um 18:30 mit der Straßenbahn los (Konzertbeginn 20 Uhr). Um 19:40 rief er mich dann an. Gestrandet an einem Bahnhof 9 km vorm Ziel. Der vorherige Zug ausgefallen, der nächste auch.

Versucht man also in Deutschland 2026 eine Strecke (gut angebunden
übrigens, beide Orte sind im DB-Netz) von 17 km zurückzulegen, braucht
man im regulären Betrieb 45 min (Geschwindigkeit also 22 km/h). Von
regulärem Betrieb leider keine Spur.
Es nutzt also auch nichts, wenn man schon zwei Zugverbindungen früher
losfährt …

Danke für Ihre Artikel!

LG
R.H.

Kunst schlägt Klima

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Die Premiere der zweiten Produktion der Schlossfestspiele Sondershausen „Songs for a New World“ fand am Tag des offenbar ersehnten Hitzerekords statt. Das allein ist schon ein Lob wert, denn deutschlandweit wurden bereits Veranstaltungen abgesagt. Ich konnte aus familiären Gründen nicht dabei sein und wich auf die zweite Aufführung aus.

Während am Freitag die Temperaturen bis zum Mittag noch sommerlich angenehm waren und die Hitze sich erst am Nachmittag und Abend aufbaute, sah das am Sonnabend anders aus. Die psychologisch wichtige 30-°C-Grenze wurde bereits am Vormittag überschritten. Auf allen Kanälen wurde Panik verbreitet. Meine Wetter-App warnte vor Gefahr für Leben und Besitz. Ich fragte mich, ob die Vorstellung abgesetzt werden würde. Aber das kleine gallische Dorf Sondershausen hielt stand. Intendant Daniel Klajner und die anderen dafür Verantwortlichen verdienen einen Tapferkeitsorden.

Als ich im Lustgarten ankam, war schon eine große Menge fröhlicher Zuschauer versammelt. Die längste Schlange hatte sich am Eiswagen gebildet, aber auch der Stand mit den Getränken war dicht umlagert. Viele wedelten sich mit weißen Fächern Kühlung zu – die musste jemand verteilt haben. Mein Programmheft leistete aber auch gute Dienste. Die alten Linden taten ihr Bestes, die warme Luft zu aromatisieren.

Die Vorstellung begann eine knappe halbe Stunde später. Ich vermutete, dass die 30-°C-Marke erst unterschritten werden sollte. Das war um 20.30 Uhr aber immer noch nicht der Fall. „Kunst schlägt Klima“ weiterlesen

Der Kollaps der DB geht dem Kollaps von Deutschland voraus

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Am Freitag, dem 26. Juni, habe ich ein (lebens?)gefährliches Abenteuer gewagt. Trotz eindringlichster Warnungen meiner Wetter-App – Warnstufe Rot für hohe Temperaturen, Alarmstufe: Hoch – deutliche Gefahr für Leben oder Besitz – machte ich mich per DB auf den Weg nach Berlin. Um 7 Uhr hatte die Temperatur 19 °C betragen, als ich auf dem Bahnsteig stand, um 10.00 Uhr waren es 22 °C.

Die Einfahrt des Regionalzuges, der mich nach Halle bringen sollte, wurde pünktlich angesagt, der Zug kam aber erst sechs Minuten später. In Halle, wo ich elf Minuten Umsteigezeit hatte, musste ich einen sehr schnellen Schritt vorlegen, um den ICE zu erreichen. Laut Bahn-App sollte der pünktlich sein, war er aber nicht. Laut Anzeige am Bahnsteig sollte er statt 11.12 Uhr erst 14.03 Uhr kommen. Auch der ICE nach Hamburg war mit mindestens 45 Minuten Verspätung angezeigt.

Ich ging also zum Asiaten in der Bahnhofshalle, um Mittag zu essen. Als ich fertig war, stand die als verspätet gemeldete Abfahrt des ICE nach Hamburg kurz bevor. Aber auf dem Bahnsteig bekam ich die Mitteilung, dass der Zug auf Perron 9 in der anderen Halle stand. Ich hetzte hin, der ICE stand auch da, aber keineswegs abfahrbereit.

Ich fand einen Platz zwischen Schülerinnen in einem Waggon ohne Klimaanlage. Erst hatte das Personal diesen Waggon räumen wollen, hätte die Leute in dem vollen Zug aber nicht untergekriegt. Also wurden gratis Wasser und herzförmige Kekse („Für unsere Lieblingspassagiere!“) hingestellt.

Eines der Mädchen war so nett, mir Wasser und Kekse zu holen. Ich versuchte, mir mit meinem Hut Luft zuzufächeln, was wenig wirkungsvoll war. Da erbarmte sich meine Sitznachbarin und wandelte meinen Wasserpack in einen höchst wirkungsvollen Fächer um. Dank des Wedelns mit dem Fächer überstanden wir die Fahrt nach Berlin unbeschadet. Nur lesen hatte ich nicht können, denn das störte bei der händischen Hitzebekämpfung. „Der Kollaps der DB geht dem Kollaps von Deutschland voraus“ weiterlesen

Die kontraproduktive Frauenförderung der SPD

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Das jüngste Vorhaben der SPD, für das angeblich schon Unterschriftenlisten in der Bundestagsfraktion oder sogar der ganzen Partei kursieren, ist ein Gesetz, das die Parität von Frauen in den Parlamenten sichern soll.

Dieser Beitrag zur Frauenemanzipation hat nur einen kleinen Haken, den auch die Kritiker dieser Aktion übersehen haben: Die SPD ist die Partei mit dem Slogan: „Transfrauen sind Frauen. Punkt.“

Da sich heutzutage Männer per Sprechakt zur Frau erklären können, stehen ihnen dann die Frauenplätze auf den Wahllisten zu.

Das hat in der Praxis schon funktioniert. Ich erinnere an den bayerischen Landtagsabgeordneten der Grünen, den es in den Bundestag zog. Er erklärte sich zur Frau und wurde prompt auf einem Frauenplatz gewählt. „Die kontraproduktive Frauenförderung der SPD“ weiterlesen

Weltanschauung ist unheilbar

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Letzten Oktober hat Jürgen K. Hultenreich, der sich leider kaum bemerkt in die erste Reihe der Gegenwartsliteraten geschrieben hat, einen neuen Band vorgelegt: Aphorismen. Bekannt wurde er mit seinem Roman Die Schillergruft, in dem er seine Erlebnisse als 17-Jähriger verarbeitet hat, der Mitte der 60er Jahre in der DDR wegen eines gescheiterten Fluchtversuchs verhaftet wurde. Weil er sich vor Gericht mit Schiller-Zitaten verteidigt und erklärt, er läse nur Schiller, fühlten sich Staatsanwältin und Gericht verhöhnt. Er wird „zur Beobachtung“ in eine geschlossene Anstalt eingewiesen und muss sich vom Stasi-Vernehmer immer wieder auf korrekte Schiller-Zitate prüfen lassen. Er überlebt diese Hölle trotz Medikamentenzwangs dank seiner Fähigkeit, auch der düstersten Situation noch mit Humor begegnen zu können. Er kommt zu der Erkenntnis: Nicht ich bin verrückt, das Land ist es. „Weltanschauung ist unheilbar“ weiterlesen

Zwanzig Jahre Schlossfestspiele Sondershausen

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Mit dem Wetter hatten die Schlossfestspiele Glück. Keines der von den Wetterdiensten angekündigten denkbaren und undenkbaren Unwetter ging über Sondershausen nieder. Statt dessen erwartete die Besucher ein warmer Sommerabend im schönen Lustgarten des Schlosses. Der Schlosshof konnte diesmal nicht genutzt werden, da es umfangreiche Reparaturarbeiten am Ostflügel gibt. Aber es gibt offenbar jede Menge Lustgarten-Fans, die ohnehin der Meinung sind, er wäre der schönere Aufführungsort. Am vergangenen Freitag, als der Ort in einen betäubenden Lindenduft gehüllt war, wollte man denen recht geben.

Intendant Daniel Klajner begrüßte die Zuschauer, erinnerte an das Jubiläum und fragte, wer von Anfang an dabei gewesen sei und keine Aufführung verpasst hätte. Es standen tatsächlich etwa ein Dutzend Leute auf. Leider erinnerte Klajner nicht an seinen Vorgänger Lars Tietje, der seinerzeit diese Festspiele gegen die üblichen Widerstände durchgeboxt und zum Erfolg geführt hat.

Klajner hat diesen Erfolg fortgeführt. „Zwanzig Jahre Schlossfestspiele Sondershausen“ weiterlesen

Verdummung statt nur Mogelei: 90 statt 100 Gramm in der üblichen Verpackung

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Ob Milka den Trick erfunden hat, in einer gewohnten 100-Gramm-Packung nur noch 90 g zum selben Preis zu verkaufen, oder ob er schon vorher von anderen angewendet wurde, weiß ich nicht. Bekanntlich hat Milka ja vor Gericht verloren, weil es die Reduzierung des Inhalts nicht auf der Vorderseite angegeben hat. Das Gericht verfügte, dass diese Information auf der Vorderseite angegeben werden muss. So verfährt jetzt EDEKA mit seinen Eigenprodukten.

In meiner heimischen Kaufhalle hängen sie seit Jahren nebeneinander: Norwegischer Lachs und Lachsforelle in einer gleich aussehenden 100-Gramm-Verpackung, aktuell für 2,49 Euro.

Aber diesmal war etwas anders: In der Lachs-Verpackung waren nur noch 90 Gramm.

Die Reduzierung war auf der Vorderseite angegeben.

Allerdings scheinen die Verantwortlichen eine Art schlechtes Restgewissen gehabt zu haben, denn sie liefern folgende Begründung: „Kleiner Kauf. Kleine Menge. Weniger Food Waste!“ Wieso da „Kleiner Kauf“ steht, erschließt sich mir nicht. Die Packung hat die übliche Größe beibehalten, beinhaltet nur 10 g weniger Lachs zum selben Preis. „Kleine Menge“ ist klar, aber es folgt der Hammer: „Weniger Food Waste“. Ins Englische wurde anscheinend gewechselt, weil „Weniger Abfall“ zu durchschaubar gewesen wäre. „Verdummung statt nur Mogelei: 90 statt 100 Gramm in der üblichen Verpackung“ weiterlesen

Der Windkraft-Wahn soll bis zum bitteren Ende weiter getrieben werden

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Trotz des täglich sichtbarer werdenden Scheiterns der „Energiewende“ wird sie politisch weiter forciert. Finanzminister Klingbeil erklärte kürzlich bei einer Regierungsbefragung, dass er keine Zahlen brauche, um zu wissen, dass es richtig sei, auf erneuerbare Energien zu setzen. Er werbe für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien – auch ohne Datenbasis.

Ähnlich ging kürzlich ein Treffen der Umwelt- und Energieminister der Länder aus, um Entwürfe zu verschiedenen Gesetzen wie dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu beraten, aus denen die Minister ableiten, dass die Energiewende in ihren Ländern abgewürgt werden könnte. Es heißt in einem der 15 einstimmig verabschiedeten Beschlüsse, dass etwa die Förderung der Windenergie ein zentraler Hebel für die Versorgungssicherheit und Preisstabilität sei, “da sie zu den kostengünstigsten und am schnellsten ausbaubaren erneuerbaren Stromerzeugungs-Technologien zählt”. Über den Bundesrat hatten die Länder bereits Sonderausschreibungen für neue Windkraftanlagen durchgesetzt. „Der Windkraft-Wahn soll bis zum bitteren Ende weiter getrieben werden“ weiterlesen

Die Tankrabatt-Täuschung

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Heute verkündeten die Medien, dass der sogenannte Tankrabatt pünktlich Ende Juni zu Beginn der Ferienzeit ausläuft. Die Regierung könne dies nicht mehr finanzieren. Es wird also der falsche Eindruck verbreitet, es handele sich um einen Zuschuss aus dem Steuersäckel. Das ist eine Täuschung der Öffentlichkeit.

Tatsächlich hat die Regierung lediglich auf einen kleinen Teil ihres Gewinns aus der Überbesteuerung des Spritpreises verzichtet.

Zur Erinnerung: Der Benzinpreis besteht zu 54–55 % aus staatlichen Steuern und Abgaben. Im Einzelnen: Energiesteuer, CO2-Abgabe, Krisenvorsorge 0,3 % und obendrauf auf diese Steuern noch 19 % Mehrwertsteuer.

Die absurde Mehrwertsteuer auf Steuern wurde in den „Tankrabatt“ einbezogen.

Trotz „Rabatt“, der nur ein winziger Steuerverzicht ist, haben die hohen Spritpreise so viel Geld in die Kassen gespült, dass sogar die sinkende Körperschaftssteuer durch pleitegegangene Unternehmen verdeckt wurde. „Die Tankrabatt-Täuschung“ weiterlesen

Kultur von Rechts

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Der Titel des Buches von Matthias Moosdorf ist eine Provokation in Zeiten, in denen vergessen ist, dass es in einer Demokratie, die diesen Namen verdient, eine demokratische Rechte gibt. Nach jahrelanger Gleichsetzung von rechts mit rechtsextrem wagt es kaum noch jemand, sich zur demokratischen Rechten zu bekennen. Hinzu kommt, dass Moosdorf von einer ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten bezichtigt wurde, mitten im Bundestag an der Garderobe den Hitlergruß gezeigt zu haben. Zwar hat niemand, kein Garderobier, kein Sicherheitspersonal, kein Besucher das bemerkt, die Staatsanwaltschaft ermittelte trotzdem und produzierte eine über hundert Seiten starke Akte.

Wer es trotzdem wagt, Moosdorfs Buch in die Hand zu nehmen, findet mit den ersten Sätzen heraus, dass es sich um eine kluge Schrift handelt.

Die marxistische Linke führt seit Jahrzehnten einen immer stärkeren Kulturkampf. Bekanntlich war Marx der Meinung, dass die Proletarier aller Länder sich vereinigen und gemeinsam den Kapitalismus beseitigen. Nur machten die Proletarier nicht mit. Die Arbeiter schätzten die Nationalität stets höher als die internationale Solidarität. Der stetig wachsende Wohlstand, den der Kapitalismus brachte, erzeugte weniger Neigung zur Revolution. „Kultur von Rechts“ weiterlesen