Das Panoptikum-Projekt – Die Krise als Wegbereiter

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Von Ralph Schmid

Sie haben wahrscheinlich davon gehört – einige unserer Politiker sollen reihenweise auf eine Phishing-Attacke gegen den Messenger Dienst Signal hereingefallen sein. Ein System, das mit seiner End-to-End-Verschlüsselung bisher als sicher galt, wird durch menschliches Versagen angeblich zum Sicherheitsrisiko für den Staat.

Das Ganze wird uns als russischer Hack verkauft und zufällig fordert Innenminister Dobrindt als unmittelbare Reaktion eine Software zur Totalüberwachung, Lex Palantir, die aber bereits seit Jahren in Planung ist. Wenn Sie das für dummdreist halten, übersehen Sie die Methode: Der Vorfall ist technisch irrelevant für die genannte Lösung. Wer im Februar warnt – BfV und BSI warnten bereits am 06. Februar 2026 alle Mitglieder des Bundestages und Ministerien detailliert vor Signal-Phishing – und im April das Scheitern für andere Zwecke nutzt, folgt einem Skript.

Ich halte es für fahrlässig, die aktuelle politische Entwicklung als eine Kette von unglücklichen Zufällen oder bloßem Unvermögen ihrer Akteure zu betrachten. Denn das langfristige Ziel ist die Errichtung eines technokratischen Panoptikums. „Das Panoptikum-Projekt – Die Krise als Wegbereiter“ weiterlesen

Die modernen Kreuzfahrer 3

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Nach einem weiteren Seetag durch die atlantische Wasserwüste, an dem wir bei mindestens 3 Meter hohen Wellen sanft durchgeschüttelt wurden, landeten wir in Cadiz. Der Hafen von Cadiz zwischen dem Atlantik und dem Mittelmeer war strategisch einer der wichtigsten Häfen Spaniens. Im 18. Jahrhundert beherrschte er den Handel mit Nord- und Südamerika und den Philippinen. Entsprechend gab es hier seit mindestens der Reconquista 1262 ein buntes Völkergemisch.

Der Weg vom Schiff in die Stadt ist kurz und führt durch einen Park, in dem mit einem Monument die erste spanische Verfassung von 1812 geehrt wird. Durch die Invasion Napoleons am Ende des 18. Jahrhunderts kamen auf Spanien harte Zeiten zu. Cadiz war jedoch durch seine exponierte Lage ein uneinnehmbarer Ort und wurde so zur Wiege der Freiheit.

Hunderte Abgeordnete aus Spanien und Amerika versammelten sich hier, um mit dieser Verfassung König Ferdinand VII. die Macht zurückzugeben. Die Verfassung wurde nach mehr als 1400 Sitzungen die liberalste ihrer Zeit. „Die modernen Kreuzfahrer 3“ weiterlesen

Endlich wieder Exportweltmeister

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Von Hans Hofmann-Reinecke

Deutschland ist wieder Exportweltmeister. Diesmal allerdings nicht mit Produkten wie Waschmaschinen oder Luxuslimousinen, sondern mit einer Ware, die zu negativen Preisen gehandelt wird, ähnlich wie das bei deutschen Stromexporten schon der Fall ist.

810.000 Tonnen pro Jahr

Gemäß einer Analyse des „Guardian“ hat Deutschland 2025 mehr Plastikmüll exportiert als irgendein anderes Land, und zwar 810.000 Tonnen. Woher sollen die kommen, wo doch die Plastikkappen jetzt auf den Glasflaschen bleiben? Und auch, falls es noch Restaurants geben sollte, die sogenannte „Strohhalme“ anbieten, dann kommt man auch nicht auf diese knappe Million Tonnen.

Ich habe da eine Idee: Es gibt in Deutschland rund 30.000 Windturbinen mit einer typischen Lebensdauer von 20 Jahren. Da werden also im Durchschnitt pro Jahr 30.000/20 = 1500 Stück aus dem Verkehr gezogen, also vier pro Tag. Die werden nun „rückgebaut“, soll heißen: verschrottet. „Endlich wieder Exportweltmeister“ weiterlesen

Der Westen und seine Kreuzfahrer (2)

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So ein Kreuzfahrtschiff ist riesig. Unseres ist über 300 Meter lang und hat 17 Stockwerke für Unterbringung und Entertainment der Gäste. Wo die Besatzung, abgesehen von dem Kapitän und seiner Crew, untergebracht ist, wird nicht thematisiert. Man sieht sie aber ununterbrochen im Einsatz, von morgens bis spät. Sie haben zu tun, damit alles wegzuräumen, was die Kreuzfahrer liegen lassen. Um die bei Laune zu halten, ist tagsüber fast alles umsonst. Entsprechend wird abgeräumt, geschätzt die dreifache Menge dessen, was tatsächlich konsumiert wird. Auch Alkohol ist frei verfügbar bis 19.00 Uhr. Danach muss er bezahlt werden, was nach meinen Beobachtungen den Konsum nicht wesentlich senkt.

Das sogenannte Sonnendeck ist so überfüllt, dass man sich kaum den Weg zwischen den Laibern bahnen kann. Nur die Suiten-Gäste haben extra Restaurants, Lounges und ein eigenes Sonnendeck mit Bar. Auch hier ist immer Betrieb, aber es herrscht keine so drangvolle Enge. „Der Westen und seine Kreuzfahrer (2)“ weiterlesen

Der Westen und seine neuen Kreuzfahrer

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Warum ich noch einmal eine Kreuzfahrt mache, obwohl ich mir geschworen hatte, es nie wieder zu tun, tut hier nichts zur Sache. Ich benutzte diese Erfahrung als soziologische Studie. Die bestätigt leider meine Befürchtungen über den unaufhaltsamen Niedergang des Westens. Um die heute drohenden Gerichtsverfahren zu vermeiden, sobald man ein kritisches Wort äußert, verrate ich nicht, mit welchem Anbieter wir unsere Tour in Las Palmas/ Gran Canaria gestartet haben.

Um die sauteure Reise auch sicher am Sonntag antreten zu können, flogen wir schon am Freitag los. Es war billiger, zwei Nächte auf der kanarischen Insel zu übernachten, als ein Flug am Sonnabend oder Sonntag zu nehmen. Außerdem entgingen wir der Gefahr, Opfer des Tarifstreits bei den Piloten, dem Kabinen- oder dem Bodenpersonal zu werden.

Wir landeten von Leipzig aus nach ruhigem Flug glücklich in der Metropole von Gran Canaria. Die Insel interessierte mich. In den Siebziger Jahren hatte es in der DDR ein hartnäckiges Gerücht gegeben, die DDR stünde mit den örtlichen Behörden in Verhandlung, um verdienten Genossen einen exotischen Inselurlaub zu ermöglichen. Ich konnte das Gerücht nie verifizieren, aber mein erster Eindruck war, die Genossen hätten sich hier fast wie zuhause gefühlt. Die Stadt ist potthäßlich. Sie scheint in den Siebziger und Achtziger Jahren einen gewaltigen Bauboom erlitten zu haben. Bekanntlich waren das die Jahre, in denn die Architekten in Ost und West in Wettbewerb gestanden zu haben scheinen, wer die hässlichsten Gebäude entwirft. Auch auf den Smog hätten die DDR-Besucher nicht verzichten müssen, nur dass der hiesige nicht vom Industriedreck, sondern vom Saharastaub stammt. „Der Westen und seine neuen Kreuzfahrer“ weiterlesen

Karrieristen oder Bestenauswahl

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Von Ulrich Thurmann

Wenn der Regierungschef nicht gegensteuert, neigen viele Politiker und leitende Regierungsbeamte dazu, freie leitende Positionen mit Personen zu besetzen, die weniger qualifiziert sind als sie selbst. So lebt es sich leichter. Es handelt sich um die Positionen der Staatssekretäre, Abteilungsleiter, stellv. Abteilungsleiter und der Leiter nachgeordneter Behörden. Viele Politiker sind auch der Meinung, sie müßten sich mit Parteifreunden umgeben, weil es sich dann angenehmer regiert und man anderen sowieso nicht vertrauen kann. Sie merken erst zu spät, daß unfähige leitende Mitarbeiter der sichere Weg zum Regierungssturz und zum Ende der eigenen Karriere sind.

Bei Karrieristen steht mangels Fähigkeit und Interesse an der Aufgabenerledigung die sofortige Verbeamtung auf Lebenszeit bei Empfang des höchsterreichbaren Gehalts im Mittelpunkt des Interesses. Der Karrierist kann seine Aufgabe nicht selbständig erledigen (dabei wird er dafür doch hoch bezahlt), sondern er muß dauernd nach oben schielen, wie er sich die Gunst der Leitung erhalten kann. Er handelt so, daß ihm von oben möglichst wenig Schwierigkeiten drohen. Das hat aber mit Aufgabenerledigung nichts zu tun. Der Beamte hat dem Vorgesetzten zu sagen, was nach Sach- und Rechtslage zu tun ist, weil der Vorgesetzte es nicht weiß und auch nicht wissen muß – dafür hat er ja seine Mitarbeiter. Nach der Verbeamtung ist der Zuständigkeitsbereich eines Karrieristen wie totes Holz: es kommt nichts und er versagt bei jeder Schwierigkeit. „Karrieristen oder Bestenauswahl“ weiterlesen

Reiche for Kanzler!

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Sehen Sie hier mein Gespräch mit Dirk Maxeiner von der Achse des Guten zur Causa Reiche.

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Nem tudom – Wer ist wessen Trojanisches Pferd in Ungarn?

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Von Sven Lingreen

Nach dem Wahlsieg der Herausforderer der Tisza-Partei von Peter Magyar bei der Parlamentswahl in Ungarn am 12.04.2026 passierten erwartete und unerwartete Reaktionen, die uns die Situation dort nicht aus den Augen verlieren lassen sollten.

Nachdem Wochen vor der Wahl sich in deutschen Massenmedien der Ruf nach Orbans Abwahl mehrten und er dafür als putingetreuer Autokrat und Diktator dargestellt wurde, zeigten erste Reaktionen nach der Wahlniederlage der Fidesz-Partei die Abkehr von den Restruinen des journalistischen Handwerks verschiedener Blätter.

Besonders beachtenswert ist der Artikel mit der Überschrift „Putins trojanisches Pferd ist gestoppt“ von Sven Christian Schulz in der Sächsischen Zeitung. (1)

Im Text selbst geht es noch martialischer zur Sache, der Schreibende schreibt „Putins trojanisches Pferd in der EU ist enthauptet.“. Dass es keinen Aufschrei in der schreibenden Zunft zu diesen Worten der Entmenschlichung und Entgleisung gibt, macht betroffen. Die Sächsische Zeitung brachte damit ein beredtes Beispiel, was man eigentlich unter dem Kampfbegriff „Hass & Hetze“ verstehen kann. Wer so schreibt, rennt als Journalierender in die totalitäre Abseitsfalle. Im Fußball würde man also sagen, dass er sich wie ein Stürmer böse verdribbelt hat. „Nem tudom – Wer ist wessen Trojanisches Pferd in Ungarn?“ weiterlesen

Berliner Erklärung zur Meinungsfreiheit

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Beim gegenwärtigen permanenten Angriff auf die Meinungsfreiheit ist Widerstand dringend geboten.
Ich habe mich den Initiatoren als Erstunterzeichnerin angeschlossen und bitte alle meine Leser,
die Erklärung mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. Es sind bereits an die 8000 Unterstützer,
es sollen Hunderttausende werden! „Berliner Erklärung zur Meinungsfreiheit“ weiterlesen

Das Überschreiten der roten Linie

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Texte zum Irankrieg haben eine kurze Lebensdauer, weil sich fast täglich etwas ändert. Die Gesamtlage bleibt aber unklar. Dieser Text von Christoph Ernst kann zur Erhellung beitragen.

Von Christoph Ernst

Ob Trump im Iran-Krieg tatsächlich so fulminant gescheitert ist, wie die meisten Medien behaupten, muss sich erst noch zeigen. Momentan gibt es einen 14tägigen Waffenstillstand. Ob der wirklich nur zu einem faulen Kompromiss führt, der das Mullah-Regime und seine chinesischen Unterstützer stärkt und die Unterwerfung Europas besiegelt, werden wir erleben. Falls es so kommt, haben wir es jedenfalls nicht zuletzt all jenen Journalisten zu verdanken, die Trump vorgestern noch vorwarfen, den dritten Weltkrieg vom Zaun zu brechen, um ihn einen Tag später zu bescheinigen, immer bloß zu kneifen.

Faktisch sind westliche Meinungsmacher längst die effektivste Propagandawaffe der Mullahs. Denn sie berichten vor allem über die Völker- und Menschenrechtsverletzungen der USA und Israels. Das suggeriert die ethische Gleichwertigkeit der Kontrahenten und verharmlost die Verbrechen Irans. Mittlerweile ist ein Gutteil des Publikums fest davon überzeugt, dass es kaum einen Unterschied zwischen den Ayatollahs und Netanjahu gibt und sowohl Trump als auch der Iran letztlich bloß das Opfer einer finsteren zionistischen Verschwörung geworden sind.

Der Westen hat ein Problem mit dem Kollaps des Journalismus. An der öffentlichen Meinung stricken fast nur Leute, die als glühende Kulturrelativisten verliebt ins Abwerten der eigenen Zivilisation sind. Sie verabscheuen Trump zutiefst und lassen seit über zehn Jahren kein gutes Haar an ihm. Egal, was er tut, es ist entweder dumm oder falsch. Auch beim Entstehen des jetzigen Kriegs argumentieren sie stets zum eigenen Nachteil. Während sie den Mullahs legitime Beweggründe unterstellen, beäugen sie das Vorgehen Trumps und Netanjahus mit größter Skepsis und sprechen ihnen etwaige ehrbare Motive und strategische Vernunft a priori ab. „Das Überschreiten der roten Linie“ weiterlesen