Endlich wieder Exportweltmeister

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Von Hans Hofmann-Reinecke

Deutschland ist wieder Exportweltmeister. Diesmal allerdings nicht mit Produkten wie Waschmaschinen oder Luxuslimousinen, sondern mit einer Ware, die zu negativen Preisen gehandelt wird, ähnlich wie das bei deutschen Stromexporten schon der Fall ist.

810.000 Tonnen pro Jahr

Gemäß einer Analyse des „Guardian“ hat Deutschland 2025 mehr Plastikmüll exportiert als irgendein anderes Land, und zwar 810.000 Tonnen. Woher sollen die kommen, wo doch die Plastikkappen jetzt auf den Glasflaschen bleiben? Und auch, falls es noch Restaurants geben sollte, die sogenannte „Strohhalme“ anbieten, dann kommt man auch nicht auf diese knappe Million Tonnen.

Ich habe da eine Idee: Es gibt in Deutschland rund 30.000 Windturbinen mit einer typischen Lebensdauer von 20 Jahren. Da werden also im Durchschnitt pro Jahr 30.000/20 = 1500 Stück aus dem Verkehr gezogen, also vier pro Tag. Die werden nun „rückgebaut“, soll heißen: verschrottet. „Endlich wieder Exportweltmeister“ weiterlesen

Der Westen und seine Kreuzfahrer (2)

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So ein Kreuzfahrtschiff ist riesig. Unseres ist über 300 Meter lang und hat 17 Stockwerke für Unterbringung und Entertainment der Gäste. Wo die Besatzung, abgesehen von dem Kapitän und seiner Crew, untergebracht ist, wird nicht thematisiert. Man sieht sie aber ununterbrochen im Einsatz, von morgens bis spät. Sie haben zu tun, damit alles wegzuräumen, was die Kreuzfahrer liegen lassen. Um die bei Laune zu halten, ist tagsüber fast alles umsonst. Entsprechend wird abgeräumt, geschätzt die dreifache Menge dessen, was tatsächlich konsumiert wird. Auch Alkohol ist frei verfügbar bis 19.00 Uhr. Danach muss er bezahlt werden, was nach meinen Beobachtungen den Konsum nicht wesentlich senkt.

Das sogenannte Sonnendeck ist so überfüllt, dass man sich kaum den Weg zwischen den Laibern bahnen kann. Nur die Suiten-Gäste haben extra Restaurants, Lounges und ein eigenes Sonnendeck mit Bar. Auch hier ist immer Betrieb, aber es herrscht keine so drangvolle Enge. „Der Westen und seine Kreuzfahrer (2)“ weiterlesen

Der Westen und seine neuen Kreuzfahrer

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Warum ich noch einmal eine Kreuzfahrt mache, obwohl ich mir geschworen hatte, es nie wieder zu tun, tut hier nichts zur Sache. Ich benutzte diese Erfahrung als soziologische Studie. Die bestätigt leider meine Befürchtungen über den unaufhaltsamen Niedergang des Westens. Um die heute drohenden Gerichtsverfahren zu vermeiden, sobald man ein kritisches Wort äußert, verrate ich nicht, mit welchem Anbieter wir unsere Tour in Las Palmas/ Gran Canaria gestartet haben.

Um die sauteure Reise auch sicher am Sonntag antreten zu können, flogen wir schon am Freitag los. Es war billiger, zwei Nächte auf der kanarischen Insel zu übernachten, als ein Flug am Sonnabend oder Sonntag zu nehmen. Außerdem entgingen wir der Gefahr, Opfer des Tarifstreits bei den Piloten, dem Kabinen- oder dem Bodenpersonal zu werden.

Wir landeten von Leipzig aus nach ruhigem Flug glücklich in der Metropole von Gran Canaria. Die Insel interessierte mich. In den Siebziger Jahren hatte es in der DDR ein hartnäckiges Gerücht gegeben, die DDR stünde mit den örtlichen Behörden in Verhandlung, um verdienten Genossen einen exotischen Inselurlaub zu ermöglichen. Ich konnte das Gerücht nie verifizieren, aber mein erster Eindruck war, die Genossen hätten sich hier fast wie zuhause gefühlt. Die Stadt ist potthäßlich. Sie scheint in den Siebziger und Achtziger Jahren einen gewaltigen Bauboom erlitten zu haben. Bekanntlich waren das die Jahre, in denn die Architekten in Ost und West in Wettbewerb gestanden zu haben scheinen, wer die hässlichsten Gebäude entwirft. Auch auf den Smog hätten die DDR-Besucher nicht verzichten müssen, nur dass der hiesige nicht vom Industriedreck, sondern vom Saharastaub stammt. „Der Westen und seine neuen Kreuzfahrer“ weiterlesen

Karrieristen oder Bestenauswahl

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Von Ulrich Thurmann

Wenn der Regierungschef nicht gegensteuert, neigen viele Politiker und leitende Regierungsbeamte dazu, freie leitende Positionen mit Personen zu besetzen, die weniger qualifiziert sind als sie selbst. So lebt es sich leichter. Es handelt sich um die Positionen der Staatssekretäre, Abteilungsleiter, stellv. Abteilungsleiter und der Leiter nachgeordneter Behörden. Viele Politiker sind auch der Meinung, sie müßten sich mit Parteifreunden umgeben, weil es sich dann angenehmer regiert und man anderen sowieso nicht vertrauen kann. Sie merken erst zu spät, daß unfähige leitende Mitarbeiter der sichere Weg zum Regierungssturz und zum Ende der eigenen Karriere sind.

Bei Karrieristen steht mangels Fähigkeit und Interesse an der Aufgabenerledigung die sofortige Verbeamtung auf Lebenszeit bei Empfang des höchsterreichbaren Gehalts im Mittelpunkt des Interesses. Der Karrierist kann seine Aufgabe nicht selbständig erledigen (dabei wird er dafür doch hoch bezahlt), sondern er muß dauernd nach oben schielen, wie er sich die Gunst der Leitung erhalten kann. Er handelt so, daß ihm von oben möglichst wenig Schwierigkeiten drohen. Das hat aber mit Aufgabenerledigung nichts zu tun. Der Beamte hat dem Vorgesetzten zu sagen, was nach Sach- und Rechtslage zu tun ist, weil der Vorgesetzte es nicht weiß und auch nicht wissen muß – dafür hat er ja seine Mitarbeiter. Nach der Verbeamtung ist der Zuständigkeitsbereich eines Karrieristen wie totes Holz: es kommt nichts und er versagt bei jeder Schwierigkeit. „Karrieristen oder Bestenauswahl“ weiterlesen

Reiche for Kanzler!

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Sehen Sie hier mein Gespräch mit Dirk Maxeiner von der Achse des Guten zur Causa Reiche.

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Nem tudom – Wer ist wessen Trojanisches Pferd in Ungarn?

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Von Sven Lingreen

Nach dem Wahlsieg der Herausforderer der Tisza-Partei von Peter Magyar bei der Parlamentswahl in Ungarn am 12.04.2026 passierten erwartete und unerwartete Reaktionen, die uns die Situation dort nicht aus den Augen verlieren lassen sollten.

Nachdem Wochen vor der Wahl sich in deutschen Massenmedien der Ruf nach Orbans Abwahl mehrten und er dafür als putingetreuer Autokrat und Diktator dargestellt wurde, zeigten erste Reaktionen nach der Wahlniederlage der Fidesz-Partei die Abkehr von den Restruinen des journalistischen Handwerks verschiedener Blätter.

Besonders beachtenswert ist der Artikel mit der Überschrift „Putins trojanisches Pferd ist gestoppt“ von Sven Christian Schulz in der Sächsischen Zeitung. (1)

Im Text selbst geht es noch martialischer zur Sache, der Schreibende schreibt „Putins trojanisches Pferd in der EU ist enthauptet.“. Dass es keinen Aufschrei in der schreibenden Zunft zu diesen Worten der Entmenschlichung und Entgleisung gibt, macht betroffen. Die Sächsische Zeitung brachte damit ein beredtes Beispiel, was man eigentlich unter dem Kampfbegriff „Hass & Hetze“ verstehen kann. Wer so schreibt, rennt als Journalierender in die totalitäre Abseitsfalle. Im Fußball würde man also sagen, dass er sich wie ein Stürmer böse verdribbelt hat. „Nem tudom – Wer ist wessen Trojanisches Pferd in Ungarn?“ weiterlesen

Berliner Erklärung zur Meinungsfreiheit

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Beim gegenwärtigen permanenten Angriff auf die Meinungsfreiheit ist Widerstand dringend geboten.
Ich habe mich den Initiatoren als Erstunterzeichnerin angeschlossen und bitte alle meine Leser,
die Erklärung mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. Es sind bereits an die 8000 Unterstützer,
es sollen Hunderttausende werden! „Berliner Erklärung zur Meinungsfreiheit“ weiterlesen

Das Überschreiten der roten Linie

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Texte zum Irankrieg haben eine kurze Lebensdauer, weil sich fast täglich etwas ändert. Die Gesamtlage bleibt aber unklar. Dieser Text von Christoph Ernst kann zur Erhellung beitragen.

Von Christoph Ernst

Ob Trump im Iran-Krieg tatsächlich so fulminant gescheitert ist, wie die meisten Medien behaupten, muss sich erst noch zeigen. Momentan gibt es einen 14tägigen Waffenstillstand. Ob der wirklich nur zu einem faulen Kompromiss führt, der das Mullah-Regime und seine chinesischen Unterstützer stärkt und die Unterwerfung Europas besiegelt, werden wir erleben. Falls es so kommt, haben wir es jedenfalls nicht zuletzt all jenen Journalisten zu verdanken, die Trump vorgestern noch vorwarfen, den dritten Weltkrieg vom Zaun zu brechen, um ihn einen Tag später zu bescheinigen, immer bloß zu kneifen.

Faktisch sind westliche Meinungsmacher längst die effektivste Propagandawaffe der Mullahs. Denn sie berichten vor allem über die Völker- und Menschenrechtsverletzungen der USA und Israels. Das suggeriert die ethische Gleichwertigkeit der Kontrahenten und verharmlost die Verbrechen Irans. Mittlerweile ist ein Gutteil des Publikums fest davon überzeugt, dass es kaum einen Unterschied zwischen den Ayatollahs und Netanjahu gibt und sowohl Trump als auch der Iran letztlich bloß das Opfer einer finsteren zionistischen Verschwörung geworden sind.

Der Westen hat ein Problem mit dem Kollaps des Journalismus. An der öffentlichen Meinung stricken fast nur Leute, die als glühende Kulturrelativisten verliebt ins Abwerten der eigenen Zivilisation sind. Sie verabscheuen Trump zutiefst und lassen seit über zehn Jahren kein gutes Haar an ihm. Egal, was er tut, es ist entweder dumm oder falsch. Auch beim Entstehen des jetzigen Kriegs argumentieren sie stets zum eigenen Nachteil. Während sie den Mullahs legitime Beweggründe unterstellen, beäugen sie das Vorgehen Trumps und Netanjahus mit größter Skepsis und sprechen ihnen etwaige ehrbare Motive und strategische Vernunft a priori ab. „Das Überschreiten der roten Linie“ weiterlesen

Der Kampf um Ministerin Reiche ist das Endspiel des Merz-Klingbeil-Kabinetts

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von Philipp Lengsfeld

Das Merz-Klingbeil-Kabinett, für mich Merkel VI, steht kaum mehr als ein Jahr nach der vorgezogenen Bundestagswahl vor dem Endspiel:

Sollte Kanzler Merz die einzige Ministerin (und das unabhängig vom Geschlecht) in seinem Kabinett entlassen, die Deutschlands industrie- und energiepolitische Vernunft noch nicht aufgegeben hat, dann ist er mit seinem Gemurkse endgültig am Ende.

Die momentane deutsche Energiepolitik ist eine einzige, komplette Katastrophe – jeder, der nur etwas Abstand zur heißgelaufenen Hamsterrad-Maschinerie in Berlin-Mitte nimmt, erkennt das glasklar – ein Festhalten an „unserer Energiewende“ ist so sinnvoll, wie der Brexit für die jüngeren britischen Generationen. Vermutlich in seiner Wirkung sogar noch destruktiver. „Der Kampf um Ministerin Reiche ist das Endspiel des Merz-Klingbeil-Kabinetts“ weiterlesen

Tricksen und Täuschen – Wie die Politik eine Senkung der Spritpreise vermeiden will

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Immer wenn man denkt, dass die Grenze des Absurden bereits überschritten ist, wird man belehrt, dass es noch absurder geht.

Nachdem Zweite-Wahl-Kanzler Merz seine mit Mühe und Not gefundene Wirtschaftsministerin Reiche in ihrer Auseinandersetzung mit SPD-Chef Klingbeil, der auf dem Posten des Finanzministers landete, ohne die geringste Qualifikation dafür mitzubringen, zur „Mäßigung“ aufrief und sie damit abwatschte, fordert nun ausgerechnet ein Typ vom Sozialflügel der CDU Reiches Entlassung. Die Begründung ist so haarsträubend, dass sie für einen Fake gehalten werden könnte. Sie scheint aber echt zu sein.

Der Arbeitnehmervertreter aus BaWü, dessen Namen man sich nicht zu merken braucht, fordert den sofortigen Rausschmiss Reiches, weil sie Merz den üblicherweise von Untertanen geforderten absoluten Gehorsam verweigert und sich verhält wie eine Demokratin, wenn auch eine sehr vorsichtige. Sie widerspricht tatsächlich dem Koalitionspartner, dessen Ideen zur Eindämmung der Spritpreiskrise sie richtig beschreibt: „Tricksen und Täuschen – Wie die Politik eine Senkung der Spritpreise vermeiden will“ weiterlesen