Berliner Erklärung zur Meinungsfreiheit

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Das Menschenbild des Grundgesetzes geht im Anschluss an Humanismus, Aufklärung und Liberalismus von mündigen, eigenverantwortlich handelnden Staatsbürgern aus. Diese begegnen einander in analogen und digitalen Foren in einem argumentativ, mitunter auch polemisch ausgetragenen, pluralen Meinungswettstreit. Meinungsfreiheit bedeutet die Freiheit, gerade auch im öffentlichen Gespräch Themen zu erkunden, Sachverhalte zu erkennen oder sich bei alledem zu irren, und zwar ohne Angst vor Sozialstrafen aller Art. Für die freiheitliche demokratische Grundordnung ist – so das Bundesverfassungsgericht im Jahr 1958 – die Meinungsfreiheit „schlechthin konstituierend“. Bis heute hebt das Gericht den zentralen Stellenwert der Meinungsfreiheit für die pluralistische Demokratie hervor. Dieser Grundpfeiler der Demokratie steht massiv unter Druck, und mit ihm die pluralistische Demokratie in Gänze. Das macht sich auf zwei Ebenen bemerkbar:

Ebene der Diskurspraxis

  • Vielfach dokumentiert sind Ausladungen von Vorträgen oder Diskussionsforen sowie soziale Ächtung und berufliche Vernichtung bei unerwünschten Meinungsäußerungen. Es häufen sich empfindliche Sanktionen wie die Kündigung des Bankkontos bei unliebsamen politischen Haltungen.
  • Die um sich greifende Verwendung von ausgrenzenden Kampfbegriffen – vom allfälligen „Nazi“ und „Rassisten“ über den „Verschwörungstheoretiker“ bis hin zum „Putin-Versteher“ – engt Diskurse ein, und zwar ausgerechnet zu Krisenzeiten, in denen eine Pluralität von Sichtweisen besonders notwendig wäre. Außerdem dominieren in öffentlichen Diskursen sachlich unscharfe, doch scharf angreifende Begriffe wie „Hass und Hetze“ oder „Menschenfeindlichkeit“. Sogar Positionen, die vor wenigen Jahren noch als konservativ oder liberal galten, werden inzwischen als „rechtsextrem“ gebrandmarkt.
  • Auch greift die Zuweisung von Kontaktschuld um sich. Freie Rede kann sich nicht entfalten, wenn man auch für solche Positionen in Haftung genommen wird, die nicht die eigenen, sondern die eines Gesprächspartners sind.
  • Der gebührenfinanzierte öffentlich-rechtliche Rundfunk verstößt anhaltend gegen die Ausgewogenheit der Berichterstattung. Auch deshalb weicht die veröffentlichte Meinung immer wieder klar von der öffentlichen Meinung ab.
  • Durch aktivistisch auftretende Wissenschaftler oder ideologisch geprägte Forschung wird die Trennlinie zwischen Politik und Wissenschaft verwischt. Das führt zu dem irreführenden Eindruck, politische Ziele seien aus wissenschaftlichen Erkenntnissen ableitbar und nicht nach dem Willen demokratischer Bevölkerungsmehrheiten auszugestalten. Umgekehrt besteht die Tendenz, politische Entscheidungen gleichsam zu verwissenschaftlichen, wodurch politische Verantwortung an Wissenschaftler ausgelagert wird.
  • Durch diese Entwicklungen werden die Rechtfertigungslasten für Meinungsäußerungen asymmetrisch verteilt und die kommunikative Chancengleichheit untergraben. Es kommt zu einer Einengung des Meinungsspektrums, die auch ihrerseits zum Gegenstand politischer Debatten gemacht werden sollte. Nur dann werden sich auch die nachstehenden Missstände beheben lassen.

Rechtlich-institutionelle Ebene

  • Die Ausweitung des Tatbestands der Beleidigung von Personen des politischen Lebens im Jahr 2021 hat zu Fällen unverhältnismäßiger Rechtsanwendung geführt („Schwachkopf“, „Dürre im Kopf“).
  • Verschärfungen des Tatbestands der Volksverhetzung sind geeignet, den Diskurs zu zentralen politischen Fragen weiter zu verengen. Gleichwohl plant die Regierung Merz eine Regelung, wonach Gerichte bei Verurteilungen wegen Volksverhetzung das passive Wahlrecht entziehen können.
  • Polizeiliche Aktionstage gegen „Hass im Netz“ sollen erklärtermaßen der Abschreckung dienen.
  • Der Staat finanziert zahlreiche Meldestellen, die den Auftrag haben, Meinungsäußerungen auch „unterhalb der Strafbarkeitsgrenze“ zu dokumentieren.
  • Der Verfassungsschutz stützt seine Gutachten zur Einstufung von Parteien als „gesichert rechtsextrem“ auch auf Meinungsäußerungen, die gar keine verfassungsfeindlichen Ziele zum Ausdruck bringen. Die im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen 2021 eingeführte, für die Außendarstellung der Behörde nach wie vor bedeutsame Kategorie der „verfassungsschutzrechtlich relevanten Delegitimierung des Staates“ ist schon weit im Vorfeld wirklicher Verfassungsfeindlichkeit geeignet, die Meinungsvielfalt weiter einzuschränken.
  • Das 2014 ins Leben gerufene Programm „Demokratie leben!“ betreibt mit einem Budget von mittlerweile ca. 200 Millionen Euro jährlich unter anderem „Demokratieförderung“ und „Vielfaltsgestaltung“ durch die Förderung entsprechender zivilgesellschaftlicher Organisationen. Dadurch wird die Bandbreite der als „sagbar“ wahrgenommenen Meinungsäußerungen in eine als „politisch korrekt“ empfundene Richtung verzerrt.
  • Die staatliche Förderung von Faktencheck-Organisationen hebt die notwendige Unterscheidung zwischen Staat und privaten Medienakteuren auf und unterminiert die Meinungsvielfalt, indem die Neutralität des Staates in Frage gestellt wird. Indirekte „Wahrheitsbehörden“ schädigen die pluralistische Anlage unseres Gemeinwesens.
  • Seit April 2024 fällt mit der Neuerung der Disziplinarverfügung der langwierige Disziplinarklageweg weg, wenn ein Beamter unter Verdacht steht, ein Extremist zu sein. Damit gilt faktisch eine Beweislastumkehr. Dies vermag Abschreckungseffekte auch im Fall beamtenrechtlich erlaubter Meinungsäußerungen zu entfalten.
  • Der im Februar 2024 vollumfänglich in Kraft getretene Digital Services Act ermöglicht Einschränkungen der Meinungsfreiheit, indem nicht nur illegale, sondern explizit auch nicht rechtswidrige Inhalte in die Risikobewertung der Plattformen einfließen sollen (Erwägungsgrund 84). Auf der Webseite der Bundesnetzagentur, die für die Umsetzung des DSA in Deutschland zuständig ist, heißt es, dass mit Hilfe des DSA „illegale oder schädliche Online-Aktivitäten sowie die Verbreitung von Desinformation (…) leichter verhindert werden“ können. Das Instrument der „Trusted Flagger“ – d.h. staatlich ausgewählte Nicht-Regierungsorganisationen, die als sogenannte „vertrauenswürdige Hinweisgeber“ Meldungen von Nutzern entgegennehmen – führt dazu, dass die Grenze zwischen staatlichen Institutionen und dem Zusammenwirken frei assoziierter Bürger verschwimmt. Leicht entsteht so eine Atmosphäre des gegenseitigen Denunzierens, die den pluralen Meinungsstreit gefährdet.

Erosion der freiheitlichen demokratischen Ordnung

Die Gefahren, welche von diesen Entwicklungen ausgehen, sind grundstürzend. In einer freiheitlich-pluralen Ordnung muss die Legitimation zeitlich begrenzter Herrschaft stets von „unten“ nach „oben“ erfolgen. Präformieren hingegen staatliche Akteure jenen diskursiven Raum, aus dessen möglichst pluralen Debatten sich ihre Legitimität speist, so wird die demokratische Legitimationskette brüchig.

Das zeigen auch demoskopische Daten. Auf die Frage, ob man seine Meinung frei äußern könne oder es besser wäre, vorsichtig zu sein, antworten immer weniger Menschen mit „Man kann frei reden“. 2025 bekundeten dies in einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach nur noch 46 Prozent der Befragten. Im Jahr 1991 lag dieser Wert bei 78 Prozent.

Insgesamt laufen die gegenwärtigen Einschränkungen von Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit auf eine große Gefährdung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung hinaus.

Unsere Forderungen

Als Verfechter der freiheitlichen demokratischen Grundordnung erfüllt uns diese Entwicklung mit größter Sorge. Wir fordern deshalb:

  • Der öffentliche Diskurs sollte möglichst frei von unbestimmten, pauschal exkludierenden Begriffen wie „Hass und Hetze“ oder „Desinformation“ sein, um das Meinungsspektrum möglichst weit offen zu halten.
  • Der Tatbestand der Beleidigung von Personen des öffentlichen Lebens ist abzuschaffen. Einen weiteren Tatbestand der Journalistenbeleidigung, wie diskutiert wurde, darf es gar nicht erst geben. Vielmehr ist zum Grundsatz des gleichen Ehrschutzes für jedermann zurückzukehren.
  • In einer freien Gesellschaft muss jeder mit jedem reden können. Allein schon das Konzept der Kontaktschuld ist einer liberalen Gesellschaft unwürdig.
  • Die faktische Beweislastumkehr im Beamtenrecht ist zurückzunehmen.
  • Es sollten in Verfassungsschutzberichten keine Meinungsäußerungen aufgenommen werden, die nicht wirklich verfassungsfeindliche Ziele zum Ausdruck bringen.
  • Die Verschärfung des Volksverhetzungsparagraphen ist zurückzunehmen. Auf Verschärfungen in Bereichen des Strafrechts, die für Meinungsäußerungen relevant sind, ist konsequent zu verzichten.
  • Das Programm „Demokratie leben!“ und die staatliche Finanzierung von Meldestellen sind zu beenden.
  • Im zwangsbeitragsfinanzierten Medienbereich ist zu einer pluralen, ausgewogenen Berichterstattung zurückzukehren. Tritt keine Besserung ein, ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk so umzugestalten oder abzulösen, dass durch ihn die freiheitliche demokratische Grundordnung nicht länger gefährdet wird.
  • Die staatliche Finanzierung für Faktenchecker-Organisationen ist einzustellen.
  • Eine Chatkontrolle darf es nicht geben.
  • Dem WHO-Pandemievertrag in der Beschlussfassung vom 14. Mai 2025 ist die Ratifizierung zu verweigern. In den Erwägungsgründen sieht er nämlich vor, sogenannte „Desinformation“ zu bekämpfen. Weil aber die vermeintlich „schädliche Desinformation“ von heute sich morgen als nützliche Information herausstellen kann, widerspricht jenes Ziel dem Prinzip der Revisionsoffenheit wissenschaftlicher Erkenntnis.
  • Der Digital Services Act ist grundlegend zu novellieren und seine „Trusted Flagger“ sind abzuschaffen. Auf Begriffe wie „schädlich“ oder „Desinformation“, die politisch instrumentalisiert werden können, ist bei der Regulierung der Internetkommunikation zu verzichten. Diese Begriffe können willkürlich eingesetzt werden, um bestimmte Meinungen aus dem Diskurs auszuschließen, in ihrer Reichweite zu drosseln („Shadow-Banning“) oder rechtlicher Sanktionierung zu unterstellen.
  • Wissenschaft darf im öffentlichen Diskurs nicht den Status einer vermeintlich letztinstanzlichen Autorität erhalten. Wissenschaft fußt auf der Revisionsoffenheit ihrer Befunde. So müssen sich auch die Richtlinien der WHO oder des RKI dem kritischen Diskurs stellen. Politik muss die Verantwortung für ihre (Wert-)Entscheidungen selbst tragen und darf sie nicht auf Wissenschaft als autoritative Instanz auslagern („Follow the science“). Es ist für eine institutionelle Trennung von Wissenschaft und Politik zu sorgen. Unbeschadet dessen haben natürlich auch Wissenschaftler das Recht, als Staatsbürger mit eigener Meinung aufzutreten.
  • Die Revisionsfähigkeit des wissenschaftlichen Prozesses ist ebenso anzuerkennen wie die immer wieder sich zeigende Revisionsbedürftigkeit politischer Entscheidungen. Wer aber das Bestehen von Demokratie mit dem Vorherrschen einer einzigen politischen Richtung gleichsetzt, zerstört die freiheitliche demokratische Grundordnung ausgerechnet im Namen ihres Schutzes.

Unsere Forderungen verstehen sich als ein Appell, die Grundlagen der freiheitlichen Ordnung neu zu festigen: durch den Schutz des freien Wortes, durch den entschiedenen Rückzug des Staates aus der Sphäre der Meinungsbildung, durch eine Medienlandschaft mit strukturell garantierter Pluralität, und gerade auch durch die Anerkennung, dass Demokratie aus der Vielstimmigkeit von Meinungenund der Möglichkeit von Dissens lebt. Dazu muss Meinungsfreiheit als Abwehrrecht gegenüber dem Staat institutionell zuverlässig gesichert und praktizierte Meinungsvielfalt als zentrales gesellschaftliches Gut anerkannt werden. Wer liberale Demokratie will, muss die freie Rede auf allen Ebenen des politischen Prozesses schützen und kultivieren.

Initiatoren der Berliner Erklärung

Dr. phil. Michael Andrick, Philosoph und Publizist

Prof. Dr. Norbert Bolz, emeritierter Professor für Medienwissenschaft, Kommentator, Publizist

Dr. Carsten Brennecke, Rechtsanwalt für Presse-, Wettbewerbs- und Äußerungsrecht

Prof. Dr. Heike Egner, Humangeographin und Publizistin

Prof. Dr. Michael Esfeld, Ordentlicher Professor für Wissenschaftsphilosophie

Prof. Dr. Ulrike Guérot, Politikwissenschaftlerin und Publizistin

Prof. Dr. Ralf Höcker, Rechtsanwalt und Autor

Alexander Horn, Unternehmensberater und Publizist

Dr. med. Gunter Frank, Arzt und Autor

Kay Ray, Kabarettist

Fabian Nicolay, Kommunikations-Designer und Publizist

Prof. Dr. Marcel Niggli, Ordentlicher Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie

Prof. Dr. Werner J. Patzelt, emeritierter Professor für Politikwissenschaft

Jan Ristau, Fachanwalt für Steuerrecht, Steuerberater und Publizist

Prof. Dr. Günter Roth, Professor für Sozialmanagement im Ruhestand

Andrea Seaman, Geschäftsführer Bündnis Redefreiheit

Prof. Dr. Henrieke Stahl, Professorin für Slawistik und Publizistin

Prof. Dr. Anke Uhlenwinkel, Professorin für Didaktik der Geographie und Wirtschaftskunde

Dr. iur. habil. Ulrich Vosgerau, Rechtsanwalt und Publizist

Achim Winter, Moderator und Satiriker

Dr. phil. Christian J. Zeller, Soziologe und Publizist

Erstunterzeichner der Berliner Erklärung

Stephanie Adam, Physiotherapeutin und Frauenrechtlerin

Karin Adrian, Rechtsanwältin

Patrik Baab, Journalist und Politikwissenschaftler

Michael Baitinger, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Strafrecht

Marcel Barz, Wirtschaftsinformatiker und Datenanalyst

Prof. Dr. Rainer Baule, Professor für Betriebswirtschaftslehre

Sabine Beppler-Spahl, Diplom-Volkswirtin, Publizistin, Vorsitzende Freiblickinstitut e. V.

Prof. Dr. Ralf B. Bergmann, Physiker

Jörg Bernig, Schriftsteller

Prof. Dr. Sucharit Bhakdi, Professor für Medizinische Mikrobiologie im Ruhestand

Peter Bickel, freier Journalist, Grafikdesigner, Webentwickler

Martina Binnig, Journalistin und Autorin

Dr. med. Svetlana Bischofs, Fachärztin für Allgemeinmedizin i. R.

Dr. Felix Böllmann, Rechtsanwalt, Director of European Advocacy bei Alliance Defending Freedom International

Dr. med. Jürgen Borchert, Internist, Homöopath, Psychotherapeut

Prof. Dr. Eva Borst, Erziehungswissenschaftlerin

Prof. Dr. Hardy Bouillon, außerplanmäßiger Professor für Philosophie

Prof. Dr. Andreas Brenner, Professor für Philosophie

Mathias Bröckers, Journalist und Autor

Prof. Dr. Aris Christidis, Professor für Informatik i. R.

Prof. Dr. med. Paul Cullen, Arzt und Publizist

Dr. Thomas Darsow, Jurist und Autor

Roberto De Lapuente, Publizist und Redakteur

Dr. Jan Dochhorn, dr. theol., Associate Professor

Sorin Dragoi, Bildgestalter, Filmemacher, Kunsthandwerker

Martina Eberhart, Staatsanwältin i. R., Mitglied im Netzwerk KRiStA

Alfred Emmert, Verleger und Herausgeber

Eva Engelken, Juristin, Gründerin und 1. Vorsitzende Frauenheldinnen e. V.

Christa Ehrhardt-Foitzik, Rechtsanwältin

Georg Etscheit, Autor und Journalist

Dr. Bernd Fischer, Physiker, Publizist und Vorsitzender der Stiftung Meinung & Freiheit

Michael Fischer, im Vorstand der Initiative „1bis19 – Für Grundrechte und Rechtsstaat“

Lisa Fitz, Kabarettistin, Schauspielerin, Autorin

Prof. Dr. Egon Flaig, emeritierter Professor für Alte Geschichte

Prof. Dr. Lothar Fritze, Philosoph und Politikwissenschaftler

Jürgen Fliege, Pfarrer emeritus

Dr. med. Johann Frahm, Internist

Dr. Kai Funkschmidt, wissenschaftlicher Referent

Holger Garbrecht, ehemaliger Geschäftsführer multinationaler Technologieunternehmen

Carlos A. Gebauer, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizinrecht und Publizist

Prof. Dr. phil. Frank Göttmann, Universitätsprofessor i. R., Geschichte der Frühen Neuzeit

Matthias Guericke, Richter und Vorstandsmitglied des Netzwerks Kritische Richter und Staatsanwälte

Dr. Michael Günther, Biomechaniker

Prof. Dr. Gerd Habermann, Wirtschaftsphilosoph und Publizist

Prof. Dr. med. Dr. phil. Dipl.-Psych. Georg Hörmann, emeritierter Professor für Pädagogik/Gesundheitspädagogik

Karin Hark, Vorstandsmitglied des Netzwerks Kritische Richter und Staatsanwälte

Dr. Norbert Häring, Journalist, Blogger und Buchautor

Waldemar Hartmann, Journalist und Fernsehmoderator

Prof. Dr. med. Steffen Hauptmann, Arzt und Pathologe

Axel Heinz, kaufmännischer Angestellter

Prof. Dr. Detlef Hiller, Professor für Internationale Soziale Arbeit

Prof. Dr. Peter Hoeres, Professor für Neueste Geschichte

Prof. Dr. Stefan Homburg, Professor für Öffentliche Finanzen i. R.

Carsten Jakob, Rechtsanwalt

Ocke Thomas Jürs, Rechtsanwalt und Vorstandsmitglied der Anwälte für Aufklärung e. V.

Dr. Klaus-Peter Kißler, Rechtsanwalt

Dr. Christian Knoche, Rechtsanwalt und Vorstandsmitglied der Anwälte für Aufklärung e. V.

Dr. Manfred Kölsch, Richter a. D.

Prof. Dr. Stefan Kooths, Ökonom, Vorsitzender der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft

Dr. Sandra Kostner, Historikerin, Vorsitzende des Netzwerks Wissenschaftsfreiheit e. V.

Dipl.-Ing. Dieter Korbely, Bürgerjournalist

Prof. Dr. Boris Kotchoubey, Professor für Psychologie im Ruhestand

Prof. Dr. Walter Krämer, Ökonom und Statistiker

Uwe Kranz, Ltd. Ministerialrat a. D., ehemaliger Präsident des LKA Thüringen

Josef Kraus, ehemaliger Gymnasialdirektor und Lehrerverbandspräsident, Psychologe, Autor

Dr. Hans-Joachim Kremer, Pharmazeut und Medical Writer

Prof. Dr. Klaus Kroy, Professor für Theoretische Physik

Dr. med. Thomas Külken, Facharzt für Allgemeinmedizin

PD Dr. Axel Bernd Kunze, Erziehungswissenschaftler und Publizist

Prof. Dr. Ulrich Kutschera, Evolutionsbiologe, Autor und Komponist

Dr. Jobst Landgrebe, Unternehmensberater und Wissenschaftstheoretiker

Dr. med. Simone Lauer, Fachärztin für Allgemeinmedizin

Dr. Christian Lehmann, Musikwissenschaftler und Autor

Vera Lengsfeld, Autorin und DDR-Bürgerrechtlerin

Cornelia Letsche, Rechtsanwältin, Mediatorin, Coach

Dr. Katja Leyhausen-Seibert, Sprachwissenschaftlerin und Autorin

Christoph Lövenich, Politologe und Publizist

Prof. Dr. Stephan Luckhaus, Mathematiker

Sebastian Lucenti, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht

PD Dr. Stefan Luft, Politikwissenschaftler

Prof. Dr. Christoph Lütge, Professor für Wirtschaftsethik

Dr. Hans-Georg Maaßen, Rechtsanwalt, Präsident des BfV a. D.

Uli Masuth, Komponist, Kabarettist, Klavierist

Prof. Dr. Michael Meyen, Kommunikationswissenschaftler

Prof. Dr. Axel Meyer, Evolutionsbiologe

Prof. Dr. Klaus Morawetz, theoretischer Physiker

Prof. Dr. Gerd Morgenthaler, emeritierter Professor des Öffentlichen Rechts

Alexander Morhart, Journalist und Dozent

Thomas Mayer, Autor, Bürgerrechtler, Mediationslehrer

Annekatrin Mücke, Journalistin

Jürgen Müller, Rechtsanwalt

Jörg Michael Neubert, Verhaltensökonom und Publizist

Wolfgang Neumann, Verleger

PD Dr. phil. Sebastian Ostritsch, Philosoph und Publizist

Dr. med. vet. Peter Patzak, Sachverständiger für Impfverfahren und Impfschäden, zertifiziert nach DIN EN ISO/IEC 17024

Richard Petersen, Ingenieur, ehemals NDR

Harring Petersen, Produktions-Ingenieur, ehemals NDR

Dr. jur. Beate Sibylle Pfeil, Juristin, ehemalige Europarat-Sachverständige

Tom-Oliver Regenauer, Manager, Produzent, Autor, Journalist

Prof. Dr. jur. Günter Reiner, Professor für Bürgerliches Recht und Wirtschaftsrecht

Kai Rogusch, Redakteur bei Novo und stellv. Vorstand des Freiblickinstituts

Prof. Dr. Markus Riedenauer, Philosoph

Walter Ruffler, Papiermechanik-Künstler

Martin Ruthenberg, ehemaliger Nachrichtensprecher u. Kulturmoderator beim SWR, Mitglied meinungsvielfalt.jetzt

Michael Sailer, Schriftsteller, Journalist und Künstler

Dr. Thilo Sarrazin, Volkswirt und Autor

Prof. Jochen Schaaf, Dirigent

Helmut Schleich, Kabarettist

Kathrin Schmidt, Schriftstellerin

Enno Schmidt, Künstler, Filmemacher, Autor

Prof. Dr. Andreas Schnepf, Professor für Anorganische Chemie

Univ.-Prof. Dr. Dr. M. Sc. Christian Schubert, Arzt, Psychologe, Ärztlicher Psychotherapeut

Prof. em. Dr. med. Wolfram Schüffel, Facharzt für Innere Medizin, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Prof. Dr. med. Klaus-Martin Schulte, akademischer Chirurg

Prof. Dr. Michael Schwartz, Professor für Neuere und Neueste Geschichte

Prof. Dr. Thomas-Michael Seibert, Honorarprofessor für Strafrecht und Rechtstheorie

Prof. Dr. Bernd Simeon, Mathematiker

Tom Sora, Komponist und Publizist

Ole Skambraks, Redakteur, Herausgeber meinungsvielfalt.jetzt

Thilo Spahl, Diplom-Psychologe und Publizist

Prof. Dr. Wolf Stelzner, Psychoanalytiker und Wirtschaftsanalytiker

Roland Stöbe, Richter und Mitglied im Netzwerk Kritische Richter und Staatsanwälte

Dr. Wolfgang Stölzle, ehemals ordentlicher Professor für Logistikmanagement

Dr.-Ing. Beate Strehlitz, Bürgerjournalistin

Uwe Tellkamp, Schriftsteller

Alina Teodorescu, Regisseurin und Produzentin

Alexander Teske, Journalist und Autor

Prof. Dr. Ulrich Teusch, Politikwissenschaftler und Publizist

Dr. Paul Tiefenbach, Soziologe und Psychologe

Diana Timpe, Rechtsanwältin für Arbeits-, Familien- und Versicherungsrecht

Prof. Dr. med. Henrik Ullrich, Facharzt für Radiologie

Raymond Unger, Schriftsteller und bildender Künstler

Prof. Dr. Tobias Unruh, Experimentalphysiker

Thomas Wagner, Staatsanwalt, Vorstandsmitglied des Netzwerks Kritische Richter und Staatsanwälte

Prof. Dr. Dr. Harald Walach, klinischer Psychologe und Wissenschaftshistoriker

Britta Werthmann, Fachanwältin für Familienrecht und Steuerrecht

Holger Willanzheimer, Rechtsanwalt, Oberstaatsanwalt a. D.

Prof. Dr. Martin Winkler, Professor für Chemie

Flavio von Witzleben, Moderator, Journalist, Youtuber

Manfred Zwick, Jurist

Kolja Zydatiss, Autor und Journalist

Warum Initiatoren ihre Stimme erheben

„Ich bin Initiator(in) der Berliner Erklärung, weil …

… jeder, der jetzt noch schweigt oder sich dumm stellt, mitverantwortlich ist für den Übergang in offen autoritäre Verhältnisse in der EU.“

Dr. phil. Michael Andrick, Philosoph und Publizist

… ich es unerträglich finde, wenn im Rahmen des EU-Sanktionssystems Kritiker drakonisch bestraft werden, um eine ‚Verhaltensänderung‘ (Pressesprecher Bundesaußenministerium, 13.02.2026) herbeizuführen.“

Prof. Dr. Heike Egner, Humangeographin

… ich nicht mit ansehen möchte, wie in den USA und in Südamerika die Meinungsfreiheit wiederbelebt wird, in Europa hingegen der repressive Staat die Daumenschrauben weiter anzieht mit Einschüchterung, Zensur und Verfolgung kritischer Stimmen.“

Prof. Dr. Michael Esfeld, Philosophieprofessor

… ‚nie wieder‘ genau jetzt ist. Denn die Unterdrückung der Meinungsfreiheit ebnet den Weg in den nächsten Totalitarismus.“

Dr. med. Gunter Frank, Arzt und Autor

… Meinungsfreiheit die Grundlage jeder Demokratie ist.“

Prof. Dr. Ulrike Guérot, Politikwissenschaftlerin und Publizistin

… die von der politischen Mitte ausgehende Aushöhlung der Meinungsfreiheit zu einer ernsten Bedrohung der Demokratie geworden ist.“

Alexander Horn, Unternehmensberater und Publizist

… ich es für die erste und vornehmste Aufgabe von Medien halte, Herrschaftskritik zu äußern und allem skeptisch gegenüberzutreten, was ‚das Gute und Richtige‘ vor einer Drohkulisse zelebriert.“

Fabian Nicolay, Kommunikations-Designer und Publizist

… wir unbedingt zurückkommen müssen zu einem freien, unreglementierten Prozess der Meinungs- und Willensbildung vom Volk zu den Staatsorganen hin – so wie es das Bundesverfassungsgericht sagt.“

Jan Ristau, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Steuerrecht, Steuerberater und Publizist

… mich die zunehmende autoritäre Volkserziehung zum vermeintlich einzig ‚Wahren und Guten‘ aufregt.“

Prof. Dr. Günter Roth, Professor für Sozialmanagement im Ruhestand

… niemand uns die eigene Urteilskraft streitig machen und den Zugang zu Informationen versperren, diese filtern oder flaggen dürfen sollte.“

Prof. Dr. Henrieke Stahl, Slawistin

… sich die Regierung tatsächlich daran macht, die Meinungsfreiheit zu schleifen.“

Achim Winter, Moderator und Satiriker

… ich nicht einfach dabei zusehen will, wie die Demokratie des Grundgesetzes mehr und mehr in eine gelenkte Demokratie, eine Kooptionsdemokratie, eben eine Postdemokratie überführt wird.“

Dr. iur. habil. Ulrich Vosgerau, Rechtsanwalt und Publizist

… ein breites Spektrum an Meinungen unseren gesellschaftlichen Horizont erweitert.“

Prof. Dr. Anke Uhlenwinkel, Professorin für Didaktik der Geographie und Wirtschaftskunde

… es mich empört, wenn Wissenschaftsaktivisten – ‚DeZIM‘, ‚Progressives Zentrum‘ und dergleichen – Steuermittel einsetzen, um Bürger in ihrem politischen Sinne zu erziehen und dadurch Wissenschaft und Demokratie zugleich beschädigen.“

Dr. phil. Christian J. Zeller, Soziologe und Publizist

Warum Erstunterzeichner ihre Stimme erheben

„Ich bin Erstunterzeichner(in) der Berliner Erklärung, weil …

… ich meine Kinder in einem Land aufwachsen sehen möchte, in dem sie frei ihre Meinung sagen können und wo ihnen nicht bereits in der Schule von einem zunehmend autoritär agierenden Staat gesagt wird, welche Meinung die vermeintlich richtige, gute bzw. politisch korrekte ist.“

Stephanie Adam, Physiotherapeutin und Frauenrechtlerin

… die Zerstörung von Meinungsfreiheit und Demokratie dazu dient, die Menschen in Deutschland in einen dritten Krieg gegen Russland hinein zu hetzen.“

Patrik Baab, Journalist und Politikwissenschaftler

… eine Gesellschaft nur dann aus Fehlern der Corona-Zeit lernen kann, wenn auch unbequeme Fragen offen gestellt und diskutiert werden können.

Marcel Barz, Wirtschaftsinformatiker und Datenanalyst

… ich mehr Vertrauen in die Urteilskraft der Bürger habe als in Institutionen, die im Namen der ‚wehrhaften Demokratie‘ meinen, die Demokratie vor eben diesen Bürgern schützen zu müssen.“

Sabine Beppler-Spahl, Diplom-Volkswirtin, Publizistin, Vorsitzende Freiblickinstitut e. V.

… sich in Deutschland ein politisch-medialer, ideologischer und religiöser Fundamentalismus breitgemacht hat und ich mich dem nicht ergeben will.“

Jörg Bernig, Schriftsteller

… ohne die Freiheit des Denkens eine der größten Gottesgaben an die Menschheit stirbt: die Wissenschaft, die um unser aller willen gerettet werden muss.“

Prof. Dr. Sucharit Bhakdi, medizinischer Mikrobiologe

… ich es satthabe, dass unbequeme Recherche schneller als ‚Desinformation‘ etikettiert wird, als sie gelesen werden kann; eine Demokratie, die Journalisten moralisch sortiert, sich selbst zensiert; das Netz einmal als Raum der Freiheit begann – und ich nicht zusehen will, wie es zum Raum der Zensur wird.“

Peter Bickel, Journalist und Grafikdesigner

… Meinungsfreiheit das Fundament der freiheitlich-demokratischen Grundordnung ist.“

Martina Binnig, Journalistin und Autorin

… die Würde des Menschen auch das Recht umfasst, nach Wahrheit zu suchen und das, was man für wahr erkennt, auszusprechen.“

Dr. Felix Böllmann, Rechtsanwalt, Director of European Advocacy bei Alliance Defending Freedom International

… ich nicht Öl, sondern Sand im Getriebe der Herrschenden sein möchte.“

Dr. med. Jürgen Borchert, Internist, Psychotherapeut, Homöopath

… die Freiheit, die eigene Meinung ohne Angst vor Sanktionen äußern zu dürfen, das Merkmal einer freien Gesellschaft ist und der Mensch nur in Freiheit gedeihen kann.“

Prof. Dr. med. Paul Cullen, Arzt und Publizist

… Denk-, Sprech- und Forschungshemmnisse wie Mehltau sind und dem Freiheitsverständnis unserer Verfassung widersprechen.“

Dr. Thomas Darsow, Jurist und Autor

… mir die Meinungsfreiheit wichtig ist und ich meine beiden Enkel in einem Land aufwachsen sehen möchte, in dem sie frei ihre Meinung sagen können.“

Martina Eberhart, Staatsanwältin i. R., Mitglied im Netzwerk KRiStA

… Meinungsfreiheit eine Grundvoraussetzung für Demokratie ist und wir uns deshalb ihrer politischen Einengung in Deutschland und Europa entgegenstellen müssen.“

Dr. Bernd Fischer, Physiker, Publizist und Vorsitzender der Stiftung Meinung & Freiheit

… die Meinungsfreiheit das Fundament unserer demokratischen Ordnung ist.“

Prof. Dr. Egon Flaig, Historiker

… wir ohne Meinungsfreiheit morgen nicht mehr in einer Demokratie, wie ich sie seit Jahrzehnten kenne, leben würden.“

Dr. med. Johann Frahm, Internist

… die Meinungsfreiheit lebt, wenn man von ihr Gebrauch macht.“

Holger Garbrecht, Manager

… unfreiwilliges Schweigen jede menschliche Gemeinschaft zerstört.“

Carlos A. Gebauer, Rechtsanwalt

… ohne freie Rede die Menschen sich versklaven, selbst die selbsternannten Halter.“

Dr. Michael Günther, Biomechaniker

… wir nur eine Chance auf Frieden haben, solange es möglich ist, der Kriegshetze zu widersprechen.“

Dr. Norbert Häring, Journalist, Blogger und Buchautor

… ich mir sicher bin, dass Denk- und Sprechverbote, selbst wenn sie gut gemeint wären, das Ende einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung einleiten.“

Prof. Dr. Detlef Hiller, Professor für Internationale Soziale Arbeit

… die Meinungsfreiheit erforderlich ist, um sich gegen die kognitive Kriegsführung der Eliten zu wehren.“

Dipl.-Ing. Dieter Korbely, Bürgerjournalist

… ich mich in meinem Denken und Urteilen nicht von einem politmedialen, obendrein sündteuren zwangsfinanzierten Staatsfunk entmündigen lasse.“

Josef Kraus, ehemaliger Gymnasialdirektor und Lehrerverbandspräsident, Psychologe, Autor

… die Redefreiheit der Lackmustest einer freien Gesellschaft ist.“

Prof. Dr. Klaus Kroy, theoretischer Physiker

… ich niemandem wünsche, in einer Gesellschaft zu leben, wo immer mehr Propagandaopfer nicht mehr fragen können und die anderen vor lauter Zensur nicht mehr fragen dürfen.“

Dr. med. Thomas Külken, Facharzt für Allgemeinmedizin

… es ohne Meinungsfreiheit nur noch eine öffentlich vorgegebene Einheitsmeinung gibt.“

PD Dr. Axel Bernd Kunze, Erziehungswissenschaftler

… ich als international tätiger Professor für Evolutionsbiologie auch in Deutschland biowissenschaftliche Tatsachen frei aussprechen und diskutieren möchte.“

Prof. Dr. Ulrich Kutschera, Evolutionsbiologe

… ich mit meinem Namen für die Meinungsfreiheit in Deutschland einstehe. Denn ohne Meinungsfreiheit keine Meinungspluralität, keine echte Diskussion, keine Intervention bei einer falsch eingeschlagenen Richtung und somit auch weniger Innovation und Fortschritt.“

Dr. med. Simone Lauer, Fachärztin für Allgemeinmedizin

… ich es heute noch kann und morgen vielleicht schon nicht mehr.“

Roberto De Lapuente, Publizist

… ich mir die in der Friedlichen Revolution hart erkämpfte Meinungsfreiheit nicht wieder nehmen lassen will.“

Vera Lengsfeld, Autorin und DDR-Bürgerrechtlerin

… ich weder frei von Meinung bin noch zu ihrer Äußerung der Anleitung bedarf.“

Christoph Lövenich, Politologe und Publizist

… die Meinungsfreiheit eine tragende Säule der freiheitlichen Demokratie ist und weil Zensur und andere Formen der Einschränkung der Meinungsfreiheit die freiheitliche Demokratie zerstören.“

Dr. Hans-Georg Maaßen, Rechtsanwalt, Präsident des BfV a. D.

… gerade die tonangebenden Narrative hinterfragt werden müssen und es nicht so laufen darf, wie von Angela Merkel im März 2020 gefordert, nämlich: ‚Glauben Sie nur den offiziellen Mitteilungen!‘“

Uli Masuth, Komponist, Kabarettist, Klavierist

… Meinungs- und Forschungsfreiheit die tragenden Säulen jeder Demokratie sind und sich jeder Demokrat für deren uneingeschränkte Erhaltung einsetzen sollte.“

Prof. Dr. Axel Meyer, Evolutionsbiologe

… der öffentliche Debattenraum das Lebenselixier der Demokratie ist und Demokratie in sich plural ist und keine Kontaktschuld kennt.“

Jürgen Müller, Rechtsanwalt

… ich in Zukunft nicht in einer Gesellschaft leben will, die erst gemerkt hat, wie wichtig Meinungsfreiheit ist, nachdem sie verschwunden war.“

Jörg Michael Neubert, Verhaltensökonom und Publizist

… ich weder betreutes Denken noch ein steuerfinanziertes Wahrheitsministerium brauche.“

Alexander Morhart, Journalist und Dozent

… die Meinungsfreiheit in atemberaubender Weise attackiert wird und dadurch die Gefahr wächst, dass mittelfristig unser gesamtes freiheitlich-demokratisches Gemeinwesen den Bach runtergeht.“

Wolfgang Neumann, Verleger

… ich mich für die Einhaltung von Geist und Wortlaut des Grundgesetzes einsetze.“

Peter Patzak, Sachverständiger für Impfverfahren und Impfschäden, zertifiziert nach DIN EN ISO/IEC 17024

… ich nicht möchte, dass der Kanzler Klarnamen im Internet fordert, er aber Menschen mit ihm unangenehmer Meinung wegen Majestätsbeleidigung (§188 StGB) vor Gericht zerrt.“

Richard Petersen, Ingenieur, ehemals NDR

… nur mit dem Kerngrundrecht der Meinungsfreiheit Totalitarismus verhindert, Selbstverantwortung ermöglicht und die unantastbare Würde des Menschen gewahrt werden kann.“

Dr. jur. Beate Sibylle Pfeil, Juristin, ehemalige Europarat-Sachverständige

… ich mit großer Sorge feststelle, dass die freie politische Debatte an den Universitäten sowohl im Kollegenkreis wie auch beim wissenschaftlichen Nachwuchs am Versiegen ist.“

Prof. Dr. Bernd Simeon, Mathematiker

… ich möchte, dass unser großartiges Grundgesetz wieder konsequent umgesetzt wird.“

Prof. Dr. Markus Riedenauer, Philosoph

… meine Großeltern erleben mussten, was passiert, wenn man sich gegen die Abschaffung der Rede- und Meinungsfreiheit und der Reste von Demokratie und Rechtsstaat nicht rechtzeitig zur Wehr setzt.“

Michael Sailer, Schriftsteller, Journalist und Künstler

… die Demokratie ohne wirkliche Meinungsfreiheit auf die Dauer nicht funktionieren kann.“

Dr. Thilo Sarrazin, Volkswirt und Autor

… Demokratie ohne Meinungsfreiheit nicht stattfindet und nicht ohne Informationen, die frei von staatlicher Einflussnahme in individueller Verantwortung der Wahrheit verpflichtet sind.“

Enno Schmidt, Künstler und Autor

… ich als Naturwissenschaftler weiß, wie wichtig der freie und offene Austausch von Ideen für Wissenschaft und Gesellschaft ist, denn der Dissens ist die zentrale Essenz der Wissenschaft.“

Prof. Dr. Andreas Schnepf, Chemiker

… durch die Unterdrückung kritischer Meinungen während der Corona-Pandemie vermutlich mehr Menschen durch medizinisch fragwürdige Corona-Maßnahmen gestorben sind als nötig.“

Univ.-Prof. Dr. Dr. M. Sc. Christian Schubert, Arzt, Psychologe, Ärztlicher Psychotherapeut

mir die Berliner Erklärung am nachdrücklichsten sagt, wie in mir selbst die Gesellschaft lebt und ich wiederum selbst in der Gesellschaft: verborgen und enthüllend gleichermaßen mein Leben führe.“

Prof. em. Dr. med. Wolfram Schüffel, Facharzt für Innere Medizin, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

… echte Meinungsfreiheit immer genau da anfängt, wo auch das Gegenteil meiner eigenen Meinung sagbar ist – in der Demokratie wie in den Wissenschaften.“

Prof. Dr. Michael Schwartz, Historiker

… noch zu wenig Menschen wahrnehmen, was momentan passiert und ‚mehr Zensur wagen‘ als Rettung der Demokratie verkauft wird.“

Ole Skambraks, Herausgeber meinungsvielfalt.jetzt

… die freie Meinungsäußerung Voraussetzung der freien Meinungsbildung ist. Und die freie Meinungsbildung Voraussetzung einer funktionierenden Demokratie.“

Thilo Spahl, Diplom-Psychologe und Publizist

… Meinungsfreiheit niemals nur für ‚richtige Meinungen‘ gelten darf.“

Roland Stöbe, Richter und Mitglied im Netzwerk KRiStA

… ich am eigenen Leib gespürt habe, wie Mut zum Widerspruch gegen eine vorherrschende Ideologie zur totalen beruflichen Vernichtung führen kann.“

Dr. Wolfgang Stölzle, ehemals Professor für Logistikmanagement

… ich mich seit meiner Jugend in der DDR für die Meinungsfreiheit einsetze und 1989 in Leipzig sowie 2020 in Berlin nicht umsonst, sondern auch für die Zukunft meiner Enkel auf der Straße gewesen sein möchte.“

Dr.-Ing. Beate Strehlitz, Bürgerjournalistin

… ich für Freiheit bin. Dazu gehört Meinungsfreiheit – ohne Bademantel.“

Uwe Tellkamp, Schriftsteller

… ich die ersten 17 Jahre meines Lebens in einer Diktatur verbringen musste.“

Alexander Teske, Journalist

… ich mir Sorgen um den demokratischen Rechtsstaat mache; die Freiheit ein Preis ist, der jeden Tag neu gewonnen werden muss; ich nie wieder hinter eine Maske gezwungen werden möchte.“

Prof. Dr. Ulrich Teusch, Politikwissenschaftler und Publizist

… mir Diversität und Toleranz wichtig sind, auch bei politischen Meinungen!“

Dr. Paul Tiefenbach, Soziologe und Psychologe

… bis jetzt noch jedes faschistische und diktatorische System in der Geschichte mit der Aushöhlung der Meinungs- und Redefreiheit seinen Anfang nahm und wir den Anfängen wehren sollten.“

Prof. Dr. Dr. Harald Walach, klinischer Psychologe und Wissenschaftshistoriker

… ohne sachlich geführte, ergebnisoffene Diskussionen keine neuen Ideen entstehen. Das gilt für die Wissenschaft wie die Gesellschaft.“

Prof. Dr. Martin Winkler, Chemiker

… die Meinungsfreiheit in Deutschland durch totalitäre Maßnahmen akut bedroht ist: Wir müssen jetzt unsere Stimme erheben!“

Flavio von Witzleben, Journalist und Youtuber

… in den letzten Jahren die Ausgrenzung und Sanktionierung von Andersdenkenden allzu oft an die Stelle einer offenen Debatte getreten ist.“

Kolja Zydatiss, Journalist

Meine Stimme für die Meinungsfreiheit

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Das Überschreiten der roten Linie

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Texte zum Irankrieg haben eine kurze Lebensdauer, weil sich fast täglich etwas ändert. Die Gesamtlage bleibt aber unklar. Dieser Text von Christoph Ernst kann zur Erhellung beitragen.

Von Christoph Ernst

Ob Trump im Iran-Krieg tatsächlich so fulminant gescheitert ist, wie die meisten Medien behaupten, muss sich erst noch zeigen. Momentan gibt es einen 14tägigen Waffenstillstand. Ob der wirklich nur zu einem faulen Kompromiss führt, der das Mullah-Regime und seine chinesischen Unterstützer stärkt und die Unterwerfung Europas besiegelt, werden wir erleben. Falls es so kommt, haben wir es jedenfalls nicht zuletzt all jenen Journalisten zu verdanken, die Trump vorgestern noch vorwarfen, den dritten Weltkrieg vom Zaun zu brechen, um ihn einen Tag später zu bescheinigen, immer bloß zu kneifen.

Faktisch sind westliche Meinungsmacher längst die effektivste Propagandawaffe der Mullahs. Denn sie berichten vor allem über die Völker- und Menschenrechtsverletzungen der USA und Israels. Das suggeriert die ethische Gleichwertigkeit der Kontrahenten und verharmlost die Verbrechen Irans. Mittlerweile ist ein Gutteil des Publikums fest davon überzeugt, dass es kaum einen Unterschied zwischen den Ayatollahs und Netanjahu gibt und sowohl Trump als auch der Iran letztlich bloß das Opfer einer finsteren zionistischen Verschwörung geworden sind.

Der Westen hat ein Problem mit dem Kollaps des Journalismus. An der öffentlichen Meinung stricken fast nur Leute, die als glühende Kulturrelativisten verliebt ins Abwerten der eigenen Zivilisation sind. Sie verabscheuen Trump zutiefst und lassen seit über zehn Jahren kein gutes Haar an ihm. Egal, was er tut, es ist entweder dumm oder falsch. Auch beim Entstehen des jetzigen Kriegs argumentieren sie stets zum eigenen Nachteil. Während sie den Mullahs legitime Beweggründe unterstellen, beäugen sie das Vorgehen Trumps und Netanjahus mit größter Skepsis und sprechen ihnen etwaige ehrbare Motive und strategische Vernunft a priori ab. „Das Überschreiten der roten Linie“ weiterlesen

Der Kampf um Ministerin Reiche ist das Endspiel des Merz-Klingbeil-Kabinetts

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von Philipp Lengsfeld

Das Merz-Klingbeil-Kabinett, für mich Merkel VI, steht kaum mehr als ein Jahr nach der vorgezogenen Bundestagswahl vor dem Endspiel:

Sollte Kanzler Merz die einzige Ministerin (und das unabhängig vom Geschlecht) in seinem Kabinett entlassen, die Deutschlands industrie- und energiepolitische Vernunft noch nicht aufgegeben hat, dann ist er mit seinem Gemurkse endgültig am Ende.

Die momentane deutsche Energiepolitik ist eine einzige, komplette Katastrophe – jeder, der nur etwas Abstand zur heißgelaufenen Hamsterrad-Maschinerie in Berlin-Mitte nimmt, erkennt das glasklar – ein Festhalten an „unserer Energiewende“ ist so sinnvoll, wie der Brexit für die jüngeren britischen Generationen. Vermutlich in seiner Wirkung sogar noch destruktiver. „Der Kampf um Ministerin Reiche ist das Endspiel des Merz-Klingbeil-Kabinetts“ weiterlesen

Tricksen und Täuschen – Wie die Politik eine Senkung der Spritpreise vermeiden will

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Immer wenn man denkt, dass die Grenze des Absurden bereits überschritten ist, wird man belehrt, dass es noch absurder geht.

Nachdem Zweite-Wahl-Kanzler Merz seine mit Mühe und Not gefundene Wirtschaftsministerin Reiche in ihrer Auseinandersetzung mit SPD-Chef Klingbeil, der auf dem Posten des Finanzministers landete, ohne die geringste Qualifikation dafür mitzubringen, zur „Mäßigung“ aufrief und sie damit abwatschte, fordert nun ausgerechnet ein Typ vom Sozialflügel der CDU Reiches Entlassung. Die Begründung ist so haarsträubend, dass sie für einen Fake gehalten werden könnte. Sie scheint aber echt zu sein.

Der Arbeitnehmervertreter aus BaWü, dessen Namen man sich nicht zu merken braucht, fordert den sofortigen Rausschmiss Reiches, weil sie Merz den üblicherweise von Untertanen geforderten absoluten Gehorsam verweigert und sich verhält wie eine Demokratin, wenn auch eine sehr vorsichtige. Sie widerspricht tatsächlich dem Koalitionspartner, dessen Ideen zur Eindämmung der Spritpreiskrise sie richtig beschreibt: „Tricksen und Täuschen – Wie die Politik eine Senkung der Spritpreise vermeiden will“ weiterlesen

ARTEMIS 2 – LEBER WOKE ALS PROGRESSIV

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Von Hans Hofmann-Reinecke

Artemis II ist heute früh wie geplant im Pazifischen Ozean zur Erde zurückgekehrt. Die Mission hatte viele Gemeinsamkeiten mit dem Flug von Apollo 8, der uns 1968 die ersten Fotos von Mutter Erde als diesem blauen Planet im unendlichen Weltall beschert hatte. Was aber hat uns Artemis II gebracht?  Welchen Fortschritt hat die Raumfahrt in den 58 Jahren seither gemacht?

Fortschritt

58 Jahre ist eine lange Zeit für technischen Fortschritt.

1903 gelang den Gebrüdern Wright der erste bemannte Flug über eine Strecke von 37 Metern. 58 Jahre später flog man routinemäßig über den Atlantik, zwischen London und New York – mit einen Glas Champagner vor sich.

Welcher Fortschritt wurde bei der NASA in den 58 Jahren seit Apollo 8 erzielt? Gut, man hat dort seit die beiden Teleskope „Hubble“ und „James Webb“ ins All geschossen, die der Astronomie ungeahnte neue Erkenntnisse ermöglichten. Chapeau! Doch was erreichte man in der bemannter Raumfahrt post Apollo? „ARTEMIS 2 – LEBER WOKE ALS PROGRESSIV“ weiterlesen

Friedrich und der wahre Kanzler

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Schulfrage: Wer ist der aktuelle Kanzler von Deutschland? Friedrich Merz? Obwohl vom Bundestag in zweiter Wahl bestätigt, hat er nichts zu sagen. Die Richtlinien der Politik bestimmte von Anfang an der von der Antifa geschulte Lars Klingbeil, der jeden Tag erfolgreich vorführt, was Machtpolitik ist. Er lässt Friedrich Merz nach seiner Pfeife tanzen, und Merz tanzt gehorsamst.

Übertrieben? Keineswegs. Der gestrige und heutige Tag waren wieder ein Beweis dafür, wer im Land herrscht: Klingbeil mit der 12-13-Prozent-Partei SPD.

Am Morgen des 9. April, ein Donnerstag, verkündeten die Morgennachrichten von MDR Kultur, dass Kanzler Merz wegen der anhaltenden Spritpreise am Sonntag zu einem Krisengipfel ins Kanzleramt einladen wolle. Aha, dachte ich, sie wollen unbedingt noch die Einnahmen des Wochenendes sicher in den Staatskassen haben, ehe sie vielleicht gezwungenermaßen ein bisschen Zugeständnisse machen müssen. Im nächsten Satz sagte die Nachrichtensprecherin aber, dass Merz über eine Erhöhung der Pendlerpauschale reden wolle. Das änderte zwar nichts an den hohen Spritpreisen, die der Staat unvermindert abschöpfen kann, würde aber bei der Steuererklärung etwas Erleichterung bringen. In den Mittagsnachrichten kam dann die Meldung, dass die SPD nichts von einer Erhöhung der Pendlerpauschale hielte. Kurz darauf war das „Krisentreffen“ im Kanzleramt, wie es scheint, nur mit Merz und Klingbeil.

Lange hat es nicht gedauert, aber der Effekt, den es auf Merz gehabt hat, war unüberhörbar. Er verkündete für die Abendnachrichten, die Bürger sollten nicht erwarten, dass die Spritpreise von der Politik gemindert werden würden. Um sich nicht ganz und gar zu demaskieren, fügte er noch hinzu, die Minister Klingbeil und Reiche sollten Vorschläge erarbeiten. Das Wort Pendlerpauschale nahm Merz nicht mehr in den Mund. „Friedrich und der wahre Kanzler“ weiterlesen

Mission Impossible

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Von Hans Hofmann-Reinecke

Die verschiedenen Angriffe der USA und Israel auf den Iran haben dessen Anlagen zur Anreicherung von Uran schwer beschädigt, vielleicht sogar insgesamt unbrauchbar gemacht. Was aber soll mit möglicherweise waffenfähigem Material geschehen, das bereits erzeugt wurde?

Isotope

In Atomwaffen kommt Uran oder Plutonium zum Einsatz. Im Iran wird der Bau von Bomben aus Uran verfolgt, das im Gegensatz zu Plutonium auf der Erde vorhanden ist. In der Natur gewonnenes Uran muss jedoch für die Verwendung in Bomben „angereichert“ werden.

So wie die meisten Elemente auf unserem Planeten kommt auch Uran in verschiedenen Formen, verschiedenen „Isotopen“ vor, die äußerlich identisch sind, deren Atomkerne sich aber unterscheiden. Die Kerne verschiedener Isotope bestehen aus gleich vielen Protonen, unterscheiden sich aber in der Zahl der Neutronen. Alle Atomkerne des Elements Eisen beispielsweise haben 26 Protonen, aber sie können 28, 30, 31 oder 32 Neutronen haben.  Uran hat 92 Protonen und entweder 143 oder 146 Neutronen. Insgesamt sind dann entweder 92+143=235 oder 92+146=238 Teilchen im Kern, deswegen spricht man von U235 und U238. „Mission Impossible“ weiterlesen

Caracas, 1976: Der Höhepunkt der Petro-Macht

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Der Iran-Krieg hat einen der schwersten Energieschocks seit Jahrzehnten ausgelöst. Die fünfteilige Serie des Autors Shoumjit Banerjee beleuchtet entscheidende historische Momente, in denen Turbulenzen der Energiewelt den Verlauf der Geopolitik beeinflusst haben. Banerjee ist ein geschichtlich und kulturhistorisch außergewöhnlich versierter indischer Journalist, dessen Texte in „The Perfect Voice“ (Mumbai) erscheinen. Wir danken ihm für die freundliche Genehmigung zur Übersetzung und zum Abdruck.

Ölfässer und Macht – Teil 5

Bevor er den Iran angriff, schockte Donald Trump die Welt. Amerikanische Streitkräfte griffen Caracas an, nahmen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gefangen und schmuggelten ihn außer Landes. Innerhalb weniger Stunden ging Trump noch weiter, als er verkündete, er werde Venezuela führen, amerikanische Ölkonzerne würden beim Wiederaufbau der zerschlagenen Erdölindustrie des Landes helfen – und davon profitieren.

Trumps dreiste Erklärung war aufschlussreich. Venezuela, Heimat der weltweit größten nachgewiesenen Ölreserven, war nun nicht mehr nur ein gescheiterter Ölstaat, sondern ein „Vermögenswert“ unter amerikanischer Verwaltung. Die Macht ging an Delcy Rodríguez über, deren Autorität seither auf dem empfindlichen Gleichgewicht innerstaatlicher Kontrolle und amerikanischer Unterstützung fußt.

Der Zeitpunkt war kaum zufällig. Da der täglich eskalierende Konflikt mit dem Iran die Versorgungswege durch die Straße von Hormus bedroht, haben Venezuelas brachliegende Reserven neuen strategischen Wert. Doch es ist nicht das erste Mal, dass Venezuela als geopolitisches Faustpfand dient.

Juan Vicente Gómez

Nach dem Ersten Weltkrieg war Öl nicht mehr nur ein Rohstoff, sondern wurde zu einem Machtinstrument. Als die Nachfrage stieg, breiteten sich Ängste vor einer Verknappung aus, und der strategische Wert des Erdöls (wie auf den Schlachtfeldern Europas demonstriert) ordnete die Prioritäten in Vorstandsetagen und Kanzleien gleichermaßen neu.

Ganz oben auf der Prioritätenliste stand Venezuela. Attraktiv wurde es durch seine Politik. Während Mexiko, erschüttert von der Revolution, für ausländisches Kapital unwirtlich geworden war, bot Venezuela im Gegensatz dazu „Stabilität“ – wenn auch von eher brutaler Art. Diese war das Werk von Juan Vicente Gómez, der von 1908 bis 1935 regierte. Gómez, ein durch und durch unaufgeklärter Despot, regierte Venezuela wie sein Lehen. Analphabet, aber gerissen, zentralisierte er die Macht, unterwarf Rivalen rücksichtslos und ersetzte sie durch ein persönliches Netzwerk von Speichelleckern.

Während er für ausländische Beobachter ein Tyrann im dürftig demokratisch verschleierten Gewand war, galt er bei den Ölbaronen als zuverlässig. Für Gómez bildete Öl sowohl das Vermögen als auch das Fundament Venezuelas. Es bereicherte ihn persönlich und finanzierte zugleich den Staatsapparat. Immerhin hinterließ er 1935 neben einem ausgebauten Straßennetz den einzigen ausgeglichenen Staatshaushalt Lateinamerikas und eine stabile Währung.

Bis 1913 hatte Royal Dutch Shell Erkundungen rund um den Maracaibo-See durchgeführt. Nach dem Ersten Weltkrieg folgte Standard Oil of New Jersey. Obwohl die Bedingungen in dem unerforschten Gebiet entsetzlich waren – Überschwemmungen und Moskitos waren an der Tagesordnung – erwies sich die Ausbeute als unwiderstehlich.

Der Durchbruch gelang 1922 mit der Quelle Barroso Nr. 2 in der Nähe von Cabimas, aus der täglich Zehntausende Barrel Öl sprudelten. Das signalisierte der Welt, dass Venezuela in die erste Reihe der Ölproduzenten aufgestiegen war. Bis Ende der 1920er Jahre war das Land global der zweitgrößte Exporteur.

Das Ringen um Venezuela markierte das Entstehen einer neuen Ordnung, in der Öl, Kapital und Staatsmacht miteinander verschmolzen waren. Gómez’ Tod im Jahr 1935 hinterließ ein Land, das in seiner Entwicklung zwar rückständig, aber reich war. Ende der 1930er Jahre machte das Öl über 90 Prozent der Exporte aus. Doch ein Großteil des Reichtums floss ins Ausland ab, während der Staat nur zuschaute.

Ölsouveränität und Juan Pablo Pérez Alfonzo

Mit einer neuen politischen Generation begann sich das allerdings zu ändern. Der Diplomat und Politiker Juan Pablo Pérez Alfonzo definierte das Verhältnis zwischen Staat und Öl neu.

Der Zweite Weltkrieg verstärkte Venezuelas Bedeutung für die Vereinigten Staaten und schuf den Raum für Reformen. Das Ergebnis war das Erdölgesetz von 1943, das das „Halbe-Halbe“-Prinzip einführte. Nun strich der Staat die Hälfte der Gewinne ein. Das war revolutionär. Zum ersten Mal behauptete ein Förderland die Gleichberechtigung mit den Unternehmen, die seine Ressourcen ausbeuteten.

Rómulo Betancourt vertiefte dieses Prinzip, da Venezuela nun nicht nur das Öl besteuerte, sondern selbst in den Markt eintrat und Rohöl direkt verkaufte. Pérez Alfonzo jedoch, der der Volatilität der Ölmärkte zutiefst misstraute, sah Erdöl sowohl als Segen als auch als Fluch an. Er bezeichnete es als „Teufelskot“.

Vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen mit der Übermacht der westlichen Großkonzerne und seiner Exilstudien der Texas Railroad Commission gründete er 1960 mit dem Saudis Abdullah Tariki die OPEC. Venezuelas Schlüsselrolle war dabei entscheidend, und es sollte nicht vergessen werden, dass eine lateinamerikanische Demokratie maßgeblich das Kartell gestaltete, das später zum Synonym für die Macht des Nahen Ostens wurde.

Leistete Venezuela Pionierarbeit bei der Ölsouveränität, so tat es dies zunächst mit Vorsicht. Betancourt war sich der Risiken bewusst. Das Öl bildete das Fundament der Wirtschaft. Eine Verstaatlichung, warnte er, wäre leichtsinnig. Stattdessen verschärfte der Staat die Kontrolle über das Konzessionsmodell, ohne es zu demontieren. Das geschah Anfang der 1970er Jahre jedoch trotzdem, und die alten Strukturen begannen zu erodieren. 1971 stellte ein Gesetz zur Rückübertragung sicher, dass die Ölvermögenswerte an den Staat zurückfielen. In der Folge stockten die Investitionen.

Der letzte Schritt erfolgte unter Carlos Andrés Pérez. Im Januar 1976 verstaatlichte Venezuela seine Ölindustrie offiziell und gründete die Petróleos de Venezuela S.A. (PDVSA). Dies war der Höhepunkt der venezolanischen „Petro-Power“. Die Verstaatlichung zeichnete sich jedoch durch Pragmatismus aus. Im Gegensatz zu abrupten Beschlagnahmungen anderswo blieb das Humankapital erhalten. Bis 1976 waren bereits rund 95 Prozent der Belegschaft der Branche, einschließlich der Führungskräfte, Venezolaner. Die PDVSA war als Holding strukturiert, die ein Netzwerk von operativen Tochtergesellschaften beaufsichtigte, und funktionierte eine Zeit lang mit technokratischer Disziplin und unternehmerischer Autonomie. Auf ihrem Höhepunkt produzierte die PDVSA über drei Millionen Barrel pro Tag und expandierte weltweit, wobei sie Raffinerieanlagen im Ausland erwarb, darunter das CITGO-Netzwerk in den Vereinigten Staaten mit Sitz in Houston, Texas, das landesweit mehrere große Raffinerien und über 6.000 Tankstellen betreibt. (Das Unternehmen wurde 2019 von der US-Regierung im Rahmen der Wirtschaftssanktionen gegen Venezuela beschlagnahmt und 2025 für 5,9 Milliarden Dollar an eine Tochtergesellschaft des Hedgefonds Elliott Investment Management verkauft.)

So wie das Öl Venezuela groß gemacht hatte, brachte es das Land auch zu Fall. Pérez’ erste Präsidentschaft fiel mit den unerwarteten Gewinnen der Ölkrise von 1973 zusammen, durch die Venezuela als einer der Hauptnutznießer seine Einnahmen vervierfachen konnte. Damit wuchs auch Pérez’ Ehrgeiz.

„Wir werden die Welt verändern“, erklärte er.

Zu dem Zeitpunkt schien das plausibel, da die Mittelschicht wuchs und der Staat massiv investierte. Venezuela schien auf dem Weg in die Moderne. Doch der Boom verdeckte den strukturellen Mangel: Der Staat weitete seine Verpflichtungen immer mehr aus, blieb aber von Öleinnahmen abhängig. Als die Preise in den 1980er Jahren fielen, brach das System unter seinem eigenen Gewicht zusammen.

Petro-Staat in der Krise und Hugo Chávez

Ende der 1980er Jahre war Venezuela zum archetypischen krisengeplagten Ölstaat geworden – die Einnahmen schrumpften, während seine Verbindlichkeiten anschwollen. Immer mehr Einnahmen flossen in die Tilgung internationaler Schulden, während die soziale und ökonomische Zerrüttung eskalierte. Staatliche Kontrollen nahmen überhand, da Preise für fast alles festgesetzt wurden, von Grundnahrungsmitteln über Kaffee bis hin zu Beerdigungen. Die starre, überregulierte Wirtschaft war unfähig, sich anzupassen. Eine schnell wachsende Bevölkerung verschärfte die Belastung.

Als Pérez 1989 mit einem Reformprogramm zurückkehrte, war die Gegenreaktion heftig. Die Caracazo-Unruhen, bei denen Hunderte von Demonstranten ums Leben kamen, legten die Fragilität des Ölstaates offen. In diese Krise trat Hugo Chávez. Sein Aufstieg war ebenso dramatisch wie unwahrscheinlich. Im Februar 1992 hatte er als junger Oberstleutnant einen gescheiterten Putsch gegen Pérez angeführt. Obwohl der Coup scheiterte, machte ihn seine ruhige und trotzige Fernsehansprache über Nacht zu einer nationalen Persönlichkeit. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis im Jahr 1994 erfand er sich neu als politischer Rebell, wetterte gegen Korruption und Ungleichheit, nutzte die öffentliche Wut und brachte die PDVSA fest unter staatliche Kontrolle.

Chávez’ Weltanschauung war tief geprägt von seinem Bündnis mit Fidel Castro, den er als Mentor und ideologischen Wegweiser betrachtete. Venezuela wurde zu Kubas Bankier und lieferte stark subventioniertes Öl im Austausch gegen Ärzte, nachrichtendienstliche Unterstützung und politische Beratung. Durch Initiativen wie Petrocaribe dehnte Chávez das Modell auf die gesamte Karibik aus und machte Öl zu einem Instrument regionalen Einflusses und antiamerikanischer Solidarität.

Im Inland hob Chávez die Autonomie der PDVSA auf. Ihre Einnahmen wurden direkt zur Zentralregierung umgeleitet, um Sozialprogramme und politische Projekte zu finanzieren, auf Kosten von Investitionen und langfristigen Kapazitäten. Ein verheerender Streik in den Jahren 2002–03 führte zu Massenentlassungen von Fachkräften und höhlte das technische Know-how des Unternehmens aus.

Als Maduro die Macht übernahm, hatten Misswirtschaft, Korruption und Sanktionen bereits die Produktion zusammenbrechen lassen. Venezuela, einst ein Titan der Ölindustrie, war ein hoffnungsloser Fall.

In den 1990er Jahren hatte sich PDVSA-Chef Luis Giusti unter dem Motto „Apertura“ für eine pragmatische Öffnung für ausländische Investitionen eingesetzt, was die Produktion zeitweise um fast 40 Prozent steigerte. Nun jedoch verkümmerten der Schwerölgürtel des Orinoco und die Zukunft Venezuelas ohne Kapital und Technologie. Bis Ende der 2010er Jahre war die Fördermenge auf unter eine Million Barrel pro Tag gesunken, während die Hyperinflation die Wirtschaft verwüstete. Millionen Menschen flohen aus dem Land, was zu einer der größten Migrationskrisen im modernen Amerika führte.

Dennoch sitzt Venezuela immer noch auf mehr als 300 Milliarden Barrel unerschlossener Reserven; unter dem Orinoco-Gürtel schlummern die weltweit größten Mengen an extra-schwerem Rohöl. So angeschlagen Venezuela als Ölstaat auch sein mag, in Zeiten knapper werdender Vorräte und des sich verschärfenden Machtringens zwischen China und den USA ist das ein viel zu wichtiger Faktor, als dass irgendeine Macht es sich leisten könnte, ihn zu ignorieren.

(Anders gesagt: Maduros wachsende politische und wirtschaftliche Abhängigkeit von China und seine immer engere ideologische Bindung an Iran und dessen „Proxys“ zwangen die USA zum Eingreifen.)

Riad, 1973: Der große Energieschock und der Niedergang des Westens

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Der Iran-Krieg hat einen der schwersten Energieschocks in Jahrzehnten ausgelöst. Die fünfteilige Serie des Autors Shoumjit Banerjee beleuchtet entscheidende historische Momente, in denen Turbulenzen der Energiewelt den Verlauf der Geopolitik beeinflusst haben. Banerjee ist ein geschichtlich und kulturhistorisch außergewöhnlich versierter indischer Journalist, dessen Texte in „The Perfect Voice“ (Mumbai) erscheinen. Wir danken ihm für die freundliche Genehmigung zur Übersetzung und Abdruck.

Ölfässer und Macht – Teil 4

Da der eskalierende Konflikt zwischen Iran, den USA und Israel kein Ende nimmt und Störungen rund um die Straße von Hormus – die Lebensader für fast ein Fünftel der weltweiten Versorgung – die Märkte weiterhin erschüttern, ist die Diskussion um Ölpreise von 200 Dollar zu einer Sorge in den Vorstandsetagen geworden.

Das aktuelle Szenario reflektiert fast spiegelbildlich die Ereignisse vom Oktober 1973 wider, als sich ein regionaler Krieg im Nahen Osten zu einer globalen Energiekrise auswuchs und die Ölhierarchie tiefgreifend veränderte.

Die Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg waren laut dem Historiker und Energieexperten Daniel Yergin die Epoche des „Kohlenwasserstoff-Menschen“. Zwischen 1949 und 1972 stieg der weltweite Energieverbrauch um mehr als das Dreifache, die Nachfrage an Öl um mehr als das Fünffache. Nirgendwo war das klarer abzulesen als in den Industrieländern. In Amerika verdreifachte sich der Ölverbrauch, während sich der Bedarf Westeuropas verfünfzehnfachte. Japans Hunger nach Öl stieg um das erstaunliche 137-Fache. „Riad, 1973: Der große Energieschock und der Niedergang des Westens“ weiterlesen

Bagdad, 1960: Die „Sieben Schwestern“, Ölrebellen und der Sturz einer Oligarchie

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Der Iran-Krieg hat einen der schwersten Energieschocks seit Jahrzehnten ausgelöst. Die fünfteilige Serie des Autors Shoumjit Banerjee beleuchtet entscheidende historische Momente, in denen Turbulenzen der Energiewelt den Verlauf der Geopolitik beeinflusst haben. Banerjee ist ein geschichtlich und kulturhistorisch außergewöhnlich versierter indischer Journalist, dessen Texte in ‚The Perfect Voice‘ (Mumbai) erscheinen. Wir danken ihm für die freundliche Genehmigung zur Übersetzung und zum Abdruck.
Ölfässer und Macht – Teil 3

Enrico Mattei

Jahrzehntelang beherrschte ein bemerkenswert kleiner Kreis den weltweit wichtigsten Rohstoff. Öl floss aus den Wüsten des Nahen Ostens und den Ebenen Lateinamerikas, doch die Regeln des Handels schrieben andere anderswo – in den Vorstandsetagen von London, New York und Den Haag.
Die sogenannten „Sieben Schwestern“ dominierten die Branche. Dazu zählten Standard Oil of New Jersey, Royal Dutch Shell, die Anglo-Iranian Oil Company, Standard Oil of California und Gulf Oil. Diese Unternehmen kontrollierten Exploration, Förderung, Raffination und Transport in riesigen Konzessionsgebieten, die sich vom Persischen Golf bis nach Venezuela erstreckten. „Bagdad, 1960: Die „Sieben Schwestern“, Ölrebellen und der Sturz einer Oligarchie“ weiterlesen